Eispickel

Camp - Corsa Nanotech - Eispickel

Ohne Eispickel keine Hochtour. Wer in die gletscherbedeckte Bergwelt aufbrechen möchte, kann auf den klassischen Eispickel nicht verzichten. Im Aufstieg wird er meist bergseitig wie ein Spazierstock geführt, um die Bewegung nach oben und die Trittsicherheit zu unterstützen. In steilen Passagen kommt auch die Haue zum Einsatz. Besonders in Notfallsituationen kann der Pickel jedoch zum entscheidenden Ausrüstungsteil werden. Er lässt sich als Fixpunkt für die Spaltenbergung im Schnee verankern und dient beim Abrutschen als Bremse. Die Details zur Anwendung sollte man sich unbedingt vor der ersten eigenen Tour von einem erfahrenen Alpinisten oder einer kompetenten Bergsteigerin erklären und zeigen lassen!

Entwickelt hat den Eispickel in seiner heutigen Form Peter Aschenbrenner, der später während Hermann Buhls Erstbesteigung des Nanga Parbat bergsteigerischer Leiter der Expedition im Jahr 1953 war. Bis jetzt ist das klassische Modell mit Holzschaft und Stahlhaue nach ihm benannt: der "Aschenbrenner-Pickel". Abgesehen von den verwendeten Materialien hat sich an dem Erscheinungsbild bis heute nur wenig geändert.

Die Spitze am Schaftende dient dem sicheren Halt auch in hartem Firnschnee, wenn der Pickel wie ein Spazierstock gehalten wird. Deshalb muss die Schaftlänge der Körpergröße angepasst sein. Umfasst die Hand die Haue und ist der Arm nach unten gestreckt, sollte die Spitze etwa auf Höhe des Knöchels hängen. So stört der Pickel in steilerem Gelände nicht und erfüllt in flacheren Passagen dennoch seinen Zweck. Eine Handschlaufe sichert vor Verlust, er kann aber auch mit einer kurzen Reepschnur am Klettergurt befestigt werden. Die Haue sollte in jedem Fall aus Stahl gefertigt sein. Nur Stahl gewährleistet eine angemessene Haltbarkeit und vor allem die Robustheit für hochalpines Gelände. Eine Haue aus Aluminium ist wesentlich instabiler und es ist nicht ausgeschlossen, dass sie nach einem kräftigen Hieb auf eine Felspassage bricht. Zumindest stumpft Aluminium schnell ab und der Halt im harten Schnee lässt nach. Um Gewicht zu sparen ist es inzwischen jedoch vielfach üblich, den Schaft aus Aluminium zu fertigen. Die kiloschweren Holz- und Stahlpickel sind Vergangenheit: Moderne Hochtourenpickel wiegen etwa zwischen 350 und 500 Gramm.

Der Eispickel ist nicht zum Eisklettern oder für anspruchsvolle Mixedtouren in Fels und Eis gedacht. Er ist das Symbol für den klassischen Alpinismus auf Gletschern, Firngraten und Schneehängen - ob am Piz Buin, auf dem Biancograt oder am Großglockner. In diesem Gelände ist der Eispickel eine wertvolle Hilfe und im Notfall die letzte Sicherheitsreserve.