Wanderstöcke - unterwegs auf vier Beinen

Wanderst?cke
Wanderstock von Leki (Copyright by Leki)

Einleitung

Immer mehr Mensch bewegen sich nicht nur im Gebirge mit Wanderstöcken durch die Landschaft. Sind diese Stöcke gesund oder nur eine clevere Vermarktung durch die Industrie? Nicht die Nordic Walking Stöcke, sondern vielmehr die Berg-Wanderstöcke aus Aluminium, erobern den Markt. Sie sind zu einem Massenprodukt geworden, welches sogar in Lebensmitteln Discountern für wenige Euro verkauft werden. Egal ob im Brandenburger Flachland, an der Strandpromenade oder in den Hochalpinen Bergregionen kommen diese Accessoires mittlerweile zum Einsatz. Die Fachwelt ist gespalten. Die einen sind begeistert und schwärmen nahezu von dem neu entdeckten Wundermittel, welches gegen Gelenkschmerzen oder andere Wehwehchen helfen sollen. So stürzt sich nun auch die Wissenschaft auf die Vor- und Nachteile von Berg-Wanderstöcken.
Bisheriges Ergebnis: Stöcke werden meist nicht bzw nur in einem sehr geringen Umfang benötigt. Natürlich gibt es aber unter der Fachwelt unterschiedliche Meinungen. Ein Nenner lässt sich dann aber doch für die Streitparteien finden:

  • Gesunde, jüngere bis mittleres Alter sollten möglichst die Finger von den Wanderstöcken lassen.

Vielmehr ist auf die Lauftechnik zuachten. Zu grosse Schritte sind eine gefährliche Belastung für die Gelenke. Zudem bemängelt die Fachwelt, das viele Wanderer zu wenig Koordinationsfähigkeit zwischen Körper und Gliedmassen besitzen, um die Stöcke auch richtig zu nutzen.
Auf längeren Touren oder auch bei dem Tragen von schweren Rucksäcken bringen die Stöcke eine gewisse Entlastung von Rücken und Knien. Jedoch verleiten die Stöcke zu einem grösseren Schritt. Dadurch werden die Kniegelenke einer erhöhten Belastung ausgesetzt. Ein ständiges gehen mit den Stöcken, schwächt zudem das Gleichgewichtsgefühl, welches im Gebirge lebenswichtig sein kann. Zudem verhindert die Dauernutzung eine natürliche Einstellung des Körpers auf die Belastung. Schutzmechanismen und körpereigene Reize verringern sich, was z.B. den Aufbau von gesundem Gelenksknorpel und Muskulatur verringert.
Auch im schwierigen oder steilen Gelände sollen Stöcke wenig verwendet werden. Stattdessen sollte das Balancieren trainiert werden. Wer andauernd mit Stöcken geht erhöht sein eigenes Sturzrisiko.
Auch vernichten die Stöcke die alpine Vegetation. Die Menschen nehmen immer mehr steilere Abkürzung mit Hilfe der Stöcke in Angriff und zerstören dadurch die Vegetation, so eine Studie des ÖAV.

Fachliteratur

Fazit:

Stöcken können im fortgeschrittenen Alter, bei starkem Übergewicht, Gelenks- und Wirbelsäulen-Problemen, beim tragen von schweren Rucksäcken, auf längeren Touren oder bei schlechtem Wetter verwendet werden.

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