Keile, Friends und Felshaken

  • Warum mobile Sicherungsmittel?
  • Klemmkeile
  • Friends
  • Felshaken
  • Was ist sonst noch wichtig?

Warum mobile Sicherungsmittel?

Die ersten Klettererfahrungen in der Halle, im Klettergarten oder einfach so im Nachstieg gesammelt, Lust auf mehr bekommen, und dann? Die Abstände zwischen den fixen Sicherungspunkten werden länger und die eine oder andere zusätzliche Möglichkeit zur Absicherung beruhigt das Nervenkostüm. Bei mobilen Sicherungsmittel hat man die Wahl zwischen Keilen, Klemmgeräten, besser bekannt als Friends, und Felshaken. Welche Wahl man letztendlich trifft, hängt vor allem von der Gesteinsart und der Art der Route ab, denn mobile Scherungsmittel können nur durch Ausnutzen der natürlichen Felsstrukturen verwendet werden.
Diese kleinen Helfer haben das Klettern revolutioniert und das freie Begehen vieler Touren erst ermöglicht.

Camp - Pro Nuts

Klemmkeile

Im Normalfall werden als erste mobile Sicherungsmittel Klemmkeile eingesetzt. Klemmkeile werden in verschiedenen Formen – zum Beispiel rechteckig, sechseckig oder trapezförmig – angeboten und sind mit Drahtkabel-, Band- oder Reepschnurschlingen erhältlich. Sie werden in nach unten schmaler werdende Risse gelegt und sollten im unteren Drittel des Klemmkörpers direkten Felskontakt haben, also satt sitzen. Bei Klemmkeilen, die lediglich eine Festigkeit von 2 kN aufweisen müssen, muss unbedingt darauf geachtet werden, dass sie als Sicherungsmittel zugelassen sind. Es sind zwar auch sehr kleine Größen erhältlich, diese Geräte dienen aber nur zur Fortbewegung beim Technoklettern und sind nicht geeignet, um Stürze zu halten.
Ein gut gelegter Keil lässt sich zum Teil nur sehr schwer wieder entfernen. Deshalb ist ein Hilfsmittel wie ein Klemmkeilentferner, oder Nutkey, oft eine sinnvolle Ergänzung der Kletterausrüstung.

Wild Country - Technical Friend

Friends

Spricht man von aktiven Klemmgeräten, so meint man in den allermeisten Fällen Friends fürs Klettern. Die ersten Friends kamen erstmals Ende der 70er Jahre auf den Markt und sind heute in unzähligen Varianten erhältlich. Friends bestehen aus drei oder vier Segmenten, die sich in ihrer Breite über eine Feder mit Drahtzug variieren lassen. Der Friend, dessen Mindestfestigkeit 5 kN betragen muss, wird schmal, mit gespanntem Zugkabel, in einem Riss platziert und dann losgelassen. Durch die Entlastung dehnen sich die Segmente aus und verklemmen den Friend im Riss. Je nach Modell ist der Steg entweder starr oder flexibel. Andere Modelle hingegen verfügen über zwei Stege. 

Petzl Livanos Felshaken

Felshaken

Der erfahrene Alpinkletterer wird sich irgendwann auch ein paar Felshaken zulegen, eine angenehme Reserve für Rückzüge und Verhauer. Je nach Gestein fällt die Wahl auf Hartstahl- oder Weichstahlhaken. Je nach Art der Route wird man die entsprechende Form und Schaftlänge wählen. Allgemein wird zwischen Sicherheits- und Fortbewegungshaken unterteilt, die sich in ihrer Normanforderung unterscheiden. Eine kleine Auswahl an Haken und ein Hammer im Rucksack sollten aber in den meisten Touren ausreichen

Was ist sonst noch wichtig?

Bei der Auswahl von mobilen Sicherungsmittel sollte bei den Größen aufgepasst werden – jeder Hersteller hat seine eigene Größeneinteilungen, was die Vergleichbarkeit verschiedener Produkte schwierig macht.
Egal für welches Sicherungsmittel bzw. Sicherungsgerät man sich entscheidet, die Geräte können nur so gut halten, wie sie platziert werden. Gut platzierte Sicherungspunkte können große Haltkräfte aufweisen und auch weite Stürze halten. Deshalb ist es wichtig, auch den Fels, in dem sie eingesetzt werden auf seine Festigkeit zu überprüfen. Denn die Sprengwirkung auf den Fels bei Belastung des Sicherungspunktes kann rasch immense Ausmaße annehmen. Das selbstständige Absichern erfordert einiges an Erfahrung. Am besten lässt man sich den Umgang mit dem Material von einem erfahrenen Kletterer oder auf einem Kurs zeigen. Zur Übung ist es meist hilfreich auch in gut abgesicherten Routen das Material gelegentlich einzusetzen.