Bilharziose Informationen

Erreger
Schistosomen 

Verbreitung
Die Bilharziose ist eine Tropen und Subtropen Erkrankung, welche vor allem in Afrika, Zentral- und Südamerika sowie Südwestasien weit verbreitet ist. Einige Regionen in Indien sind ebenfalls befallen. Nach Schätzungen der WHO sind ca. 200 Millionen Menschen mit Schistosomen infiziert.

Die Saugwürmer finden sich in den Venen der Blase bzw. des Darmes und produzieren dort grössere Mengen von Eiern, die mit dem Urin bzw. Stuhl ausgeschieden werden. Die „erwachsenen“ Würmer werden bis zu 15 Jahre alt. In dieser Zeit produzieren sie täglich ca. 100 - 3.000 Eier. Der Infizierte kann die Eier an jedes Gewässer abgegeben. Enthält das Gewässer nun die entsprechenden Wasserschnecken, können die Larven erneut in den Schnecken heranreifen. Der Infektionszyklus beginnt erneut.

Formen und Symptome
Darmschistosomiasis, -bilharziose: durch Schistosoma mansoni; die Wurmansiedlung - v.a. im Dickdarm (bevorzugt: Mastdarm)

Symptome:

  • Leber- u. Milzvergrösserung
  • Durchf?lle, im Endstadium Darmstenosen u. Hypertonie.

Lungenbilharziose durch Schistosoma japonicum.

Symptome:

  • schleimige Durchfälle mit Abmagerung
  • Milz-Leber-Vergrösserung mit Pfortaderhypertonie
  • An?mie u. Husten

im Endstadium nach 3-5 J:

  • Leber- u. Milzfibrose
  • Gliedmassenödeme
  • Häufig Eiablagerung im Gehirn
  • Tod meist infolge Kachexie oder Sekund?rinfektion.

die Lungenbilharziose, durch Schistosoma mansoni u. haematobium

Symptome:

  • Nekrosen
  • Leber-Milz-Veränderungen
  • Dyspnoe (Atemnot)
  • Herzbeschwerden
  • Zyanose (Sauerstoffmangel im Blut; blau Färbung der Extremitäten)

Blasenbilharziose

Symptome:

  • Hämaturie (Blutungen aus der Harnblase )
  • chronischer Zystitis (Blasenentzündung)
  • Steinbildung in den Harnwegen
  • Harnleitererweiterung u. Hydronephrose
  • gelegentlich entwickelt sich Blasenkrebs

Im Nilgebiet als Ägyptische Hämaturie.

Übertragung
Die Infektion erfolgt über so genannte Zerkarien (eine Entwicklungsstufe des Egels), die im Süsswasser frei umherschwimmen und bei Kontakt mit einem Menschen in dessen Haut eindringen können. 

Diagnose
Die Diagnose erfolgt in erster Linie durch Nachweis der Eier im Stuhl oder Urin. 

Inkubationszeit
Die Inkubationszeit beträgt 6-12 Wochen. Wenige Stunden nach der Infektion kommt es meist an der Eintrittsstelle zu Hautreizungen. 4 Wochen später kommt es dann zu Fieberausbrüchen und danach zu Blasen- und Verdauungsbeschwerden, wobei man im Urin, wie im Stuhl Blut Beimengungen beobachten kann. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich. 

Therapie
Das Mittel der ersten Wahl ist Praziquantel . Es wirkt bei allen Arten der Bilharziose. Bei Erkrankungen mit S. japonicum ist jedoch eine höhere Dosierung empfehlenswert:

  • S. haematibium: 2 x 20 mg/kg Körpergewicht
  • S. japonicum: 2 x 30 mg/kg Körpergewicht

im Abstand von 4 Stunden.

Die medikamentöse Therapie hat nur sehr wenige Nebenwirkungen. Sie tötet mit grosser Sicherheit alle Erreger ab. Die durch die chronische Entzündung hervorgerufenen Verkalkungen und Vernarbungen bilden sich aber nicht zurück. Eine schnelle und konsequente Therapie ist bei gesicherter Diagnose wichtig.

Vorbeugung
Stehendes oder träge fliessendes Süsswasser sollte in den betroffenen Regionen gemieden werden. Trinkwasser sollte grundsätzlich abgekocht werden. Vom Fischen und Baden wird abgeraten. Eine Ansteckung ist in Deutschland, auch beim Umgang mit Infizierten, ausgeschlossen. Eine Schutzimpfung gegen den Erreger gibt es nicht. Auf keinen Fall sollte man unaufbereitetes Wasser trinken.

Da eine Vielzahl von Erkrankungen in den Tropen im Wasser auf einen lauert gilt grundsätzlich: `Cook it, peel it, or forget it!` (Koche es, schäle es oder lass es sein).

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