Kocher

Einleitung

Der Kocher zählt nicht unbedingt wie immer gedacht zu einem der wichtigsten Gegenstände auf einer Radreise. Im Gegenteil. Er ist eigentlich unwichtig, wenn man das Feuermachen sicher beherrscht, ohne gleich ganze Wälder nieder zubrennen.
Nun beherrschen jedoch leider oder auch zum Glück die wenigsten die Kunst des Feuermachens. Daher stellt sich nun für viele die Frage: `Was für einen Kocher nehme ich?`
Es gibt Gas- oder Benzinkocher. Die Frage hat wohl schon den einen oder anderen lange beschäftig.
Die erste Frage welche nach dem Benzin oder Gas kommen sollte ist: `Für was brauche ich den Kocher?`

Und hier gehts los.

Gaskocher

Der Gaskocher wird in aller Regel mit einer Gaskartusche versorgt, welche es in Europa und Nordamerika, fast überall gibt. Es gibt zwei Formen von Kartuschen. Zum einen die Stechkartusche und die Schraubkartusche. Wir haben in unseren Anwendungen keinen wesentlichen Vorteil von einem System gefunden. Jedoch ist der Unterschied beim Kauf wichtig. Schnell vergreift man sich um eine Kartusche.
Der Vorteil gegen über einem Benzinkocher liegt eindeutig in der Einstellbarkeit der Flamme. Die Kocher lassen sich besser regulieren. Sinken die Temperaturen während der Tour, lässt der Dampfdruck des Gases nach. Die Heizleistung des Kochers sinkt dadurch ab. Es bedarf einer längeren Kochzeit bei kalten Temperaturen.
Ein weiterer Vorteil beim Gas liegt darin, das man den Kocher nicht wie beim Benzin vorheizen muss. Dieser Vorteil wird vor allem dann interessant, wenn man sehr umfangreich kochen möchte und den Kocher öfter an und ausstellen muss.
Ein Nachteil ist, das man Gaskartuschen nicht überall auf der Welt erhält. Zu dem, rechnet man den Brennstoffverbrauch im Durchschnitt, so kommt man auf ca. 1 Liter pro Person und Woche. Wer sich also auf eine Bergtour überhalb der Baumgrenze begibt, kommt hier schnell auf unendlich mehr Gewicht, da eine Kartusche so um die 400g wiegt und max. 450ml Gas enthält.

Der grösste Vorteil für Putzmuffel liegt aber sich darin das Gas weniger Rust, somit muss mann nach dem Kochen die Topf nicht ganz so stark putzen wie beim Benzin. Und, man macht sich die Hände nicht so schnell dreckig. Ein wahrlicher Vorteil, wenn man mit Wasser sparsam sein muss.

Benzin

Einen Benzinkocher kann man in der Regel mit Benzin und Kerosin verwenden. Kerosin und Benzin gibt es überall auf der Welt. Zumindest solange diese Vorräte noch nicht verbraucht sind. Benzin hat zwar nicht den Brennwert wie reines Gas, jedoch liegt der Dampfdruck bei niedrigen Temperaturen tiefer. Somit kann man diese Variante des Kochers auch in höheren Lagen oder in frostigen Gegenden besser benutzen. Rechnet man nun für einen dreiwöchigen Aufenthalt, so liegt das Transportgewicht auch wesentlich niedriger als beim Gaskocher, wo man für jedoch Woche in etwa eine Kartusche pro Person mitnehmen sollte.

Ein Nachteil liegt im Russ der Kocher. Die Töpfe werden schnell von unten her dreckig. Zu dem lassen sich die Kocher fast gar nicht regulieren, was beim langsamen erhitzen von Essen schon äusserst problematisch werden kann. Hier ist viel Erfahrung beim Kochen gefragt.Zu dem sind Benzinkocher recht laut, im Vergleich zum Gaskocher.

Der Windschutz

Um wirklich effektiv kochen zu können ist es wichtig, einen Windschutz um den Kocher herum zu bauen. Dies spart vor allem Brennstoff und sorgt für eine besseren Wärmetransport an den Topfrand.

verschiedene Modelle

Gaskocher
Gaskocher
Copyright by MSR - MSR Whisperlite Basic
Copyright by MSR - MSR Whisperlite Basic
Copyright by MSR - MSR XGK EX
Copyright by MSR - MSR XGK EX
Copyright by Optimus - Optimus Nova
Copyright by Optimus - Optimus Nova
Copyright by Primus - Primus Multifuel MFS
Copyright by Primus - Primus Multifuel MFS

Hier möchte ich einige Kocher aufzählen, welche ich bereits selber genutzt habe und für längere Wildnis Reisen tauglich halte.


MSR Whisperlite ist wohl der bekanntest Benzinkocher auf dem deutschen Markt. Es ist ein reiner Benzin/Kerosinkocher. Die Pumpe beim Whisperlite ist leider aus Plastik (Stand 2007). Ist der Kocher im häufigen Gebrauch, so nutzt sich die Pumpe relativ schnell ab. Das Plastik wird spröde und kann, wie bei mir, Risse bekommen. Auf kurz oder lang, platzt dann schon mal so ein kleines wichtiges Plastikteil ab. Die Pumpe wird undicht und kann im ungünstigsten Fall Feuer fangen. Was bei uns in einer französischen Berghütte zu schnellen Kontakten zur heimischen Bevölkerung führte.

Der mitgelieferte Windschutz des MSR ist eigentlich mehr eine zu dicke Alufolie. Dieser `Windschutz` hielt bei mir gerade mal zwei Monate, bis die ersten risse und Löscher in den Faltungspunkten auftraten.
Die Filterhülse an der Pumpe ist mir mehrmals beim herausschrauben der Pumpe in die Benzinflasche oder in den Sand gefallen. Zudem verstopfte der Kocher regelmässig, was man aber mit dem mitgelieferten Zubehör schnell beheben kann. Der MSR Kocher lässt sich in seine Einzelteile zerlegen.

MSR XGK - EK, der Düsenjet unter meinen getesteten Kocher. Er ist nicht nur sehr laut, sondern auch Benzinfressend. Hat dafür aber immer funktioniert. Auch auf Wintertouren bei minus 10 Grad. Ein wesentlicher Nachteil ergibt sich aus seinem kleinen, viergeteiltem Flammenkranz. Hierdurch wird die Hitze sehr konzentriert auf den Topfboden geleitet. Einige male hat mein Topf sogar geglüht.

Optimus Nova ist auch ein Benzinkocher, welcher sich um einiges besser regulieren lässt als der MSR Kocher. Auffallend ist vor allem die gut verarbeitet Pumpe, welche wesentlich besser und unempfindlicher funktioniert, als beim MSR.
Die Heizleistung ist allerdings geringer als beim MSR. Der Windschutz welcher mitgeliefert wird ist nicht der rede wert. Doch hier kann man ja anders Abhilfe schaffen. Einen besseren Windschutz bietet zum Beispiel die Firma Trangia und Tatonka.

Beim Optimus Kocher ist mir das Ventil an der Pumpe mehrmals abhanden gekommen. Zudem hat sich das Ventil öfter nicht richtig verschlossen, so das mir teuerer Brennstoff abhanden gekommen ist.

Primus MFS ist der Küchenchef für mich. Diesen Kocher kann man nicht nur mit Benzin oder Kerosin benutzen, sondern auch noch mit einer Gaskartusche nutzen. Nutzt man den Primus mit Benzin, so ist der Kocher genauso schlecht regulierbar, wie die obengenannten Modelle. Bei Verwendung von Gas ist die Funktionalität wie bei einem Gaskocher.
Der Primus besitzt eine Pumpe aus Metall, mit gut befestigter Filterhülse. Auch dieser Kocher lässt sich in seine Einzelteile zerlegen.

Fazit

Wer nur einen Trip von zwei oder drei Wochen machen möchte, ist sicher mit einem reinen Gaskocher besser dran. Dieser springt fast immer gleich an. Die Töpfe verrussen nicht. Gaskocher sind wesentlicher leiser und daher vor allem für Bergtouren mit Übernachtung in Hütten sehr gut geeignet.
Wer jedoch auch Reisen über einen längeren Zeitraum macht, der sollte nicht die Kosten scheuen und sich den Primus MFS zulegen. Dieser Kocher vereint Gas- und Benzinkocher. Ist stabil und gut zu regulieren.

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