Liegerad Geschichte und im Alltag

Einleitung

Ich radle meines Weges auf einem Liegerad und geniesse die Natur. Immer wieder fragen mich Leute: Kann man mit solch einem Rad fahren?. Zum einen denke ich mir immer, dass diese netten Menschen doch Augen im Kopf haben müssen; fahre ich ihnen doch entgegen und schiebe nicht. Auch falle ich nicht alle 2m um, weil mir das Gleichgewicht fehlt. Liegerad kann jeder fahren, welcher im Stande ist ein ganz stink normales Fahrrad zufahren.
Die Geschichte des Liegefahrrades ist genauso alt wie die des Rovery-Sicherheitsfahrrades, aus welchem sich der heutige Diamantrahmen entwickelte, also um die Jahrhundertwende des 18/19 Jahrhundert. Doch vor diesen beiden Rädern kam das Hochrad, welches aber durch seine Unfallgefahr schnell aus dem Verkehr verschwand, als die neuen Räder auf den Markt kamen.
Schon vor den beiden Weltkriegen gab es Liegeradserienproduktionen wie z. B. von Challand 1895, Brown 1901, Peugeot 1914, Hesperus 1920, Mochet 1933 und Cyclo-Ratio 1935 und und und. Der Durchbruch kam mit der Entwicklung des Liegerades des Fanzosen Mochet. Auf diesem Fahrrad fuhr der Franzose Francis Faure 1933 mit der verkleideten Form, den neuen Stundenweltrekord mit 45,055 km. Das UCI (internationale Radsportgremium) verbot darauf hin alle Liegeräder von sportlichen Wettkämpfen wegen der hohen Geschwindigkeiten. Und was nicht unterstützt und gesponsert wird, verliert nur zu oft und unrechtmässig an Bedeutung. Das Liegerad verlor an Bedeutung.So geschah es damals mit dem Liegerad.
In den Jahren um 1960 galt sogar die Fortbewegung durch eigene Muskelkraft als unpopulär. 1970, zu Zeit der Energiekrisen in den USA und später auch in Deutschland, gewannen das Fahrrad und auch das Liegerad wieder an Bedeutung. Gepaart mit der modernen Fahrradtechnik, dem Gesundheits- und Komfortgewinn ist gerade in der heutigen Zeit das Liegerad eine echte Alternative zum Auto oder auch zum normalen Fahrrad.

Fahren mit dem Liegerad

Liegerad mit Anh?nger

Nun befindet sich an einem Liegerad das Tretlager weit vorne und man übt seine ganze Kraft nur mit den Beinen aufs Pedal aus. Aufstehen wie beim normalen Rad geht nicht. Als Neuling in der Liegeradgemeinde merkt man dann bereits nach kurzer Zeit die Musculi vastus laterales, vastus mediales und rectus femoris auf ganz besondere Weise. Diese drei Muskeln verlaufen oberhalb der Kniescheibe. Achten sie darauf dass sie immer in einer Trittfrequenz um die 90 Umdrehungen pro Minute fahren. Somit überanspruchen sie nicht die Muskulatur.
Der entscheidende Vorteil des Liegerades liegt in seinem Komfort. Keine schmerzenden Handgelenke, kein schmerzender Po, keine Schmerzen im Nacken.
Auch das Berg hochfahren mit einem Liegerad ist kein Problem. Nur gehen wir Liegeradfahrer eine Steigung anders an. Wir stellen uns einen leichten kleineren Gang ein und treten dann mit einer hohen Trittfrequenz und immer schön gleichmässig in Richtung Bergspitze. Nicht gerade selten überholte ich dabei auch schon Radfahrer auf normalen Diamant Rahmen.
Benutzt man nun auch noch einen Kurzlieger, so kann auch ein Neuling bereist nach kurzer Zeit sehr enge Kurven fahren, welche mit einem normalen Bike so nicht möglich wären. Die Langlieger haben einen ruhigeren geradeaus Lauf und lassen sich sogar freihändig fahren.
Durch den verringerten Luftwiderstand ist man auch in der Regel schneller unterwegs, als mit dem normalen Fahrrad. Es gibt aber auch Kurzlieger, wie zum Beispiel das Nöll SL 4 oder die Streetmaschine, welche eher auf Komfort und für Touren ausgelegt sind.

im Strassenverkehr

Angst im Strassenverkehr nicht gesehen zu werden besteht mit einem Liegerad auf keinen Fall, nutz man nicht gerade einen Tieflieger. Mit einen Kurz- oder Langlieger befinde ich mich von der Höhe her genau in der Augenhöhe eines Autofahrers. Zu dem achten die Verkehrsteilnehmer schon verstärkt auf aussergewöhnliche Vehikel im Strassenverkehr. Mit einem Liegerad sind einem die Blicke von Passanten und Autofahrern sicher.  

Nach oben