Pedalen am Fahrrad

Einleitung

Die Pedalen am Fahrrad sind ein Bestandteil der Tretkurbel. Die wohl am meist verbreitete Pedale ist die so genannte Blockpedale, welche an Stadt-, Holland- oder Tourenrädern in der bekannten Bauart aus Metall oder Vollkunststoff, mit Gummi- oder Kunststoffauflagen oder Gummiblöcken verziert ist.

Pedallagerung

Das gute alte Konuslager in den Pedalen findet man nur noch selten heute im Fachhandel. Es wurde erst durch die Industrielager in Form von Kugellager oder Nadellagern und heutzutage zunehmend durch die Patronenlagerung ersetzt. Hier ein paar Konstruktionsmerkmale der verschiedenen Lagerungsarten:

Konuslagerung

Bei dem Konuslager wird die Achse zum Ende hin schlanker. Somit kann die Achse beim Aufsetzen aufs Pedal besser die Stossbelastung aufnehmen. Vor dem Gewinde der Pedale befindet sich meist ein auf der Achse befindlicher Konus, welcher unnötig Material vermeidet, da kein zweiter Konus benötigt wird. Doch leider führt diese Art des Konus zu einer schlechteren Lagerdichtung. Manche Hersteller versuchen die Verschmutzung mit Hilfe von Gummidichtungen an dieser Stelle zu verhindern. Der Vorteil liegt bei dieser Pedallagerart in der Möglichkeit dieses Pedal, wenn es denn mal wackeln sollte, auch nachzujustieren. Ja man kann es sogar komplett auseinander nehmen und neu schmieren.

Industrie-Kugellager

Die Enden der Industrie-Pedal-Lager-Achse sind dicker. Auf diese Verdickung werden dann die Kugellager gesteckt. Bei einem exakten Lagersitz ist das Pedal wunderbar leichtgängig. In Zusammenspiel mit einer guten Dichtung, bringt diese Bauart des Pedals einen Freizeitsportler schon einige 1000km weit.

Patronenlager

Die Patronenlager erfreuen sich einer grossen Beliebtheit. Im Grunde sind es Industrielager, welche zusätzlich in eine Patrone gesteckt werden. Dadurch erhält man eine besser Dichtung und somit eine höhere Lebensdauer des Lagers. Nur leider lässt sich diese Bauart schlecht warten, da die Lager direkt in der Patrone inne liegen.

B?rentatze
Bärentatze

Bärentatzen

An MTBs und Trekkingrädern finden sich auch immer häufiger die Bärentatzen, welche ihren Ursprung im BMX Bereich haben. In Zusammenarbeit mit einer grobstolligen Schuh am Schuh, verleiht dieses Pedal einen besonderen Halt, gegenüber den Blockpedalen, im Gelände oder auf schwierigen Strecken. Schmalere Pedale bewähren sich deshalb besser, denn, die äussere Pedalkante unter dem Fuss spürend, stellt der Fahrer praktisch automatisch seinen Fuss korrekt auf das Pedal. Am Berg oder in kritischen Situationen reicht dieser lose Kontakt nicht aus: Es kann keine Zugkraft auf das Pedal ausgeübt werden und der Fuss rutscht auch schon mal über das Pedal hinaus nach vorn in Richtung Reifen oder Speichen ab. Eine Anleihe bei den Rad-Rennfahrern brachte schliesslich auch für den Mountain Biker das Pedal mit Haken zur Fussführung sowie Riemen für die Zugphase beim Tritt. Die Übernahme der Systempedale von den Strassenradlern hingegen verlief anfangs negativ, führte aber letztlich mit der Entwicklung eigener MTB-spezifischer Versionen doch noch zum Erfolg.

MTB Klickpedale
MTB Klickpedale

Klickpedalen

Sportliche Fahrer hingegen brauchen einen sichern und festen Kontakt zu Ihrem Pedal. Bei den Bärentatzen Pedalen zeigt sich, das der Fuss eher locker und mit einer seitlichen Beweglichkeit auf dem Pedal sitz. Zu dem ist die Bärentatze eher breit und kann in Kurven oder schrägen Hängen zu einem Kontakt mit dem Boden führen. Daher sollte für den sportlichen Ambitionierten Fahrer eine schmaler Pedale her. Da der äussere Rand gegenüber der Bärentatze oder der Blockpedale, führt dies automatisch zu einer korrekten Stellung des Fusses auf dem Pedal. Sol heissen, man kommt an einem Klicksystem nicht vorbei. Für die Klickpedalsysteme benötigt man spezielle Schuhe. An den Schuhen ist eine Plastik- oder Metallplatte geschraubt, welche dann in den Klickmechanismus auf den Pedal eingeklickt muss. Durch eine seitliche Drehung des Schuhes, ist das ausklicken bzw. lösen vom Pedal möglich. Die Fahrtechnik mit Klickpedalen bedarf einiger kurzer Übungseinsätze. Ist aber nicht schwer zu erlernen.

ziehen am Pedal
ziehen am Pedal

Fahren mit Klickpedalen?

Klickpedalen haben mehrere Vorteile. Zum einen bieten sie einen besseren Stand auf dem Pedal, zum anderen erreicht man mit Klickpedalen eine bessere Kraftübertragung am Pedalarm. Man kann nicht nur das Pedal herunterdrücken, sondern auch hochziehen. Mit etwas Übung können somit beide Beine immer eine Kraft aufs Pedal übertragen. Somit wird der Tritt runder. Es kommt zu einem ermüdungsfreieren Fahren. Durch das Klickpedal entsteht eine feste Verbindung zwischen Schuh und Pedal, welche mit einer Auswärtsdrehung in Sekunden schnelle gelöst werden kann.
Bei einem Tourenschuh werden die Cleats (Verbindungsglieder am Schuh) meist in der Sohl versenkt, damit Sie beim Laufen geschont werden.

Pedal beim ausklicken
Pedal beim ausklicken

Doch wie komme ich rein und raus?

Gut es bedarf schon einwenig Übung mit dem Klicksystem zu recht zukommen. Mit ein bisschen Übung meine ich ca. 1 Stunde. Mehr nicht. Es wird zwar sicher mal vorkommen, dass man an der Kreuzung oder Ampel vergisst auszuklicken, um sich dann langsam dem Boden zu nähern, natürlich eingeklickt. Die Freude der anderen hat man dann voll auf seiner Seite. Aber seit beruhig, das passiert nur einmal oder zweimal.
Um sich nun mit dem Schuh zu verbinden, rutscht man mit dem vorderen Teil des Schuhs über das Pedal bis der Cleats vorne ans Klicksystem kommt. Dann einfach von oben drauf drücken und fertig. Zum üben ist es das Besten, wenn sich die Pedale unten befindet. So geübt klappt das in allen Positionen. Zum Ausklicken den Schuh einfach leicht auswärts drehen.

Einstellung der Schuhplatte

Die Schuhplatte sollte so eingestellt werden, das der Fuss im Idealfall in Fahrrad-Längsflucht oder anders gesagt parallel zur Kettenstrebe, auf dem Pedal steht. Dreht man beim Gehen die Fussspitzen etwas nach innen oder aussen, so sollte man die Schuhplatte ebenfalls so einstellen.

Werkzeug

Zur Befestigung einer Fahrradpedale benötigt man einen 15mm Maulschlüssel. Eher seltener einen 9/17 Zoll Schlüssel. Wobei nicht jeder Schlüssel auch in den Zwischenraum von Pedale und Kurbel passt. Ein spezielle Pedalschlüssel ist länger und vorne etwas schmaler. Durch die Länge, lässt sich die Pedale fester auf den Kurbelarm drehen. Gewinde Bei den Gewinden der Pedale sollte auf Rechts- (normales Gewinde, Anziehen im Uhrzeigersinn) und Linksgewinde (Anziehen gegen den Uhrzeigersinn) geachtet werden. Das rechte Pedal hat Rechtsgewinde, das linke Pedal hat Linksgewinde. Bei den handelsüblichen Pedalen ist die Seite, an welche die Pedale geschraubt werden muss, auf den Pedalen vermerkt. Vor dem aufschrauben auf die Kurbel sollten die Gewinde eingefettet werden. Am besten nutzt man hierzu ein Grafitfett, damit sich die Pedalen auch in Zukunft noch lösen lassen. Aufgrund von Korrosion kommt es bei der Kombination von Stahlgewinde in Aluminium-Kurbel zu einem erschwerten lösen der Pedalen.

Wichtige Hinweise

  • vor dem Einschrauben der Pedalen in den Kurbelarm, sollten die Gewinde beim Tretarm, wie bei den Pedalen gefettet werden. Am besten nutzt man hierzu Grafitfett, welches das Zusammenkleben zwischen Pedale und Tretkurbel verhindert.
  • Pedalen welche man auch mal auseinander schrauben kann, sollten eben auch mal zerlegt und neu gefettet werden. Erhöht ungemein die Lebensdauer. 
  • Hat die Pedal spiel im Kurbelarm, muss diese unbedingt wieder festgezogen werden. Vielleicht hat man das Glück, das es nur eine einmalige Angelegenheit war. Wenn nämlich nicht, so bedeutet dies einen Kurbelarm, da das Gewinde am Kurbelarm einfach im Arsch sein wird.

Fazit

Wer ganz normale Touren führt und sich keine Wettkämpfe mit anderen Radsportlern unterziehen möchte der ist mit den alten Haken-Riemen-Pedalen am besten bedient. Man braucht keine Besonderen Schuhe und bekommt trotzdem einen guten Halt auf den Pedalen. Es lässt sich mit Wanderschuhen oder Sandalen fahren. Die Sohle am Schuh darf nur nicht zu dünn sein. Fährt man hingegen schon sportlicher und sucht nach einer optimalen Kraftübertragung, so kommt man am dem Klicksystem nicht vorbei. Nur muss man hier leider spezielle Schuhe nutzen. Oder man kauft sich für gutes Geld einen Adapter, welcher einem auch die Nutzung eines normalen Schuhes erlaubt.