Bereifung

Einleitung

Die Bereifung hat einen wesentlichen Einfluß auf den Rollwiderstand des Fahrrades. Das Profil der Reifen entscheidet, ob das Rad Geländetauglich, Straßenfähig oder beides zusammen ist. Manche Hersteller haben sogar für Ihre Reifen eine Art Pannenschutz entwickelt, welcher die Reifen besser vor dem gefürchteten Plattfuß bewahren soll.
Andere bauen Reflektoren in die Seitenwende, damit der Radsportler in der Nacht und bei schlechten Sichtverhältnissen besser als Fahrradfahrer zu erkennen ist. Es gibt also unzählige Varianten.

 

Reifengrösse

Die Angaben der Reifengröße werden in aller Regel heute nach der Europäischen Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organization) bezeichnet.
Die Bezeichnung dafür ist relativ einfach zu erklären, z.B.: 37 - 622, dabei steht die 37 für die Reifenbreite und die 622 für den Durchmesser.
Die alten Bezeichnungen in Zoll gaben  z.B. 26 x 1,75an , dabei steht die 26 für Zoll und ist der ungefähre Durchmesser des Reifens und die 1,75 die ungefähre Reifenbreite.
Eine Übersichtstabelle zu den verschiedenen Reifengrößen finden Sie unter der Seite von Schwalbe.

Reifenzusammensetzung

Die Zusammensetzung der Reifen soll verschiedene Eigenschaften zusammenfügen. Der Reifen soll einen geringen Rollwiderstand, eine hohe Untergrundhaftung, eine lange Haltbarkeit und einen stabilen Stollen haben. Ein großes Problem ist dabei das Zusammenspiel von geringem Rollwiderstand und guter Haftung des Reifens bei Nässe. Gute Haftung bedeutet, das der Reifen möglichst viel Energie aufnehmen soll, während beim Rollwiderstand möglichst wenig Energie aufgenommen werden muss.
Die Hersteller versuchen mit der sogenannten Dual- Compound- Technologie diesem Kompromiss gerecht zu werden. Die Dual- Compound- Technologie bedeutet, das man mehre Gummimischungen in einem Reifen vereint. Über diese Zusammensetzung gilt größte Verschwiegenheit seitens der Hersteller.

 

Luftdruck/Reifendruck

Viele Hersteller verweisen auf die Mäntel, mit welchem Druck der jeweilige Reifen gefahren werden sollte. Ein nicht voll aufgepumpter Reifen sorgt für einen größeren Rollwiderstand, weil da die Auflagefläche größer wird. Anderseits sorgt er für eine bessere Haftung. Je nach Untergrund und Gelände kann man den Luftdruck anpassen.
Grundregel: Will man auf der Straße fahren, so ist ein harter Reifen von Vorteil. Fährt man im Gelände, so bringt ein etwas geringer Druck den nötigen Halt.
Ein zu niedriger Reifendruck sorgt zudem für ein Gefühl des Schwimmens, wenn man um Kurven fährt. Der Reifen kann schneller durchschlagen und dadurch die Felge in Mitleidenschaft ziehen. Es kann zu sogenannten Schlangenbissen kommen. Das ist gut an zwei übereinander liegenden Löcher zu erkennen. Der Schlauch wird dabei zwischen Mantel und Felge eingeklemmt.
Der optimale Reifendruck bei MTB und Tourenräder liegt zwischen 3,5 und 5 bar. Bei Rennrädern hingegen sind es ca. 7 bar; bei Bahnrädern sogar zwischen 8 und 12 bar.

Ventilearten

Im Fahrradbereich gibt es drei Ventil Arten:

  • Dunlop-Ventil (das klassische Fahrrad Ventil) (DV)
  • Sclaverand-Ventil (französisches Ventil) (SV)
  • Schrader-Ventil (Auto Ventil) (AV)

Jedes dieser Ventile lässt auf kurz oder lang Luft. Wer ein System sucht, welches lange die Luft im Reifen hält, der kommt am Sclaverand-Ventil nicht vorbei. Zum Aufpumpen muss man allerdings die Verschlussschraube aufdrehen und einmal ins Ventil rein drücken. Die anderen beiden Varianten halten die Luft im Schnitt einen Monat.

Reifenarten

Im Handel gibt es Schlauchreifen, Drahtreifen und Faltreifen.
Der Schlauchreifen findet sich überwiegend bei Rennrädern und befindet sich langsam auf den Rückzug. Er findet heute fast nur noch Anwendung bei Bahnrädern und Rennrädern. Das Problem bei diesen Reifen ist die umständliche Montage, sowie die Gefahr bei langen schnellen Abfahrten; das sich der Kleber von der Felge löst und der Reifen in einer Kurve von der Felge springt. Ein beeindruckendes und schockierendes Beispiel brachte uns der Rennradfahrer Beloki bei der Tour de France 2003. In Führender Position des Hauptfeldes mit Lance rutsche Beloki, welcher zu diesem Zeitpunkt 2. der Gesamtwertung war, der Hinterradreifen von der Felge. Ergebnis des Sturzes: ausscheiden bei dieser Tour, Beinbruch, Beckenbruch und Armbruch.
Der Großteil der Profiradsportler fahren aber bereits seid Jahren schon Drahtreifen.
Der Drahtreifen ist der alt bekannte Radreifen in der Fahrradszene. Schlauch und Mantel sind dabei von einander getrennt. Ein eingemischter Draht gibt dem Reifen seinen nötigen Halt in der Felge. Bei dieser Reifenart lassen sich Platten, mit wenig Kenntnis, problemlos beheben.
Zahlreiche Hersteller bieten mittlerweile Reifen mit integriertem Pannenschutz aus einem Spezialkautschuk oder Kevlarfasern an. Jedoch bedeutet jeder zusätzliche Pannenschutz im Reifen auch ein erhöhtes Gewicht und damit eine veränderte Laufruhe des Reifens.
Der Faltreifen ist eigentlich aufgebaut wie der Drahtreifen, eben nur ohne Draht. Eine etwas härtere und dickere Gummimischung an den Innenrändern des Mantels geben den Halt in der Felge. Man kann also getrost den Faltreifen als Sonderfall des Drahtreifens bezeichnen.
Die Faltreifen sind wunderbar geeignet, wenn man auf einer Tour einen Ersatzmantel dabei haben möchte. Er lässt sich gut zusammenfalten und spart zudem ca. 100g an Gewicht, gegenüber dem Drahtreifen.
Auch hier sind Schlauch und Mantel von einander getrennt.

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