Werra Tal Radweg - Teil 2

Radweg hinter Wasungen
Radweg hinter Wasungen

Ein nächste Highlight wartet bereits in Walldorf auf mich. Nach einem kleinen Stück, schrecklichsten Radweg, wo ich fast meine Zähne und vor Gestank der Kompostiert Anlage meinen Geruchssinn verloren hätte, wartete auf mich die Märchenhöhle, welche für kleine Kinder und auch grosse ein muss ist. Hier sieht man Grimmsche Märchenfiguren und kann das schwere Schicksal des Scheuersandabbaus erlernen.
Wer sich gerne verkleidet und dem Karneval hingibt, der wird sich besonders auf Wasungen freuen. Nicht nur die Adleshöfe und Bürgerhäuser des Fachwerks prägen das Gesicht, sondern auch die bis ins 16 Jahrhundert zurück reichende Tradition des Volkskarnevals. So ziehen die Narren und Narrreinen jedes Jahr durchs Dorf. Zu Zeiten der DDR heissbegehrt und heute wahrlich geliebt.

Auf der kommenden Strecke Wasungen nach Schwallungen finden sich dann zahlreiche Rastmöglichkeiten entlang der Werra. Ab Schwallung heisst es noch mal ein paar satte Anstiege in Angriff zunehmen bis mich dann der Weg in die 1100 jährige Geschichtsstadt Breitungen führt. Dabei fällt vor allem der Turm der romanischen Basilika auf. Von hier habe ich einen herrlichen Ausblick in die Berge des Thüringer Waldes und der Rhön. Gleich nebenan befindet sich das Aktivmuseum ländliches Brauchtum. Wo man nicht nur staunen sondern auch aktiv werden soll.

Dorfplatz Breitung
Dorfplatz Breitung

Von Breitungen aus geht es auf der wenig befahrenden Landstrasse bis nach Immelborn, wo ein Schattenloser Baggersee zum baden oder Campen lädt. Durch Barchfeld muss ich den bisher gut ausgeschilderten Radweg etwas suchen, um dann weiter nach Bad Salzungen zu gelangen, wo das Keltenbad zur Sauna oder einem Thermalbad empfängt. Allein der Saunabereich des Bades ist ein Genuss. Nicht nur im Winter. Bad Salzungen blickt auf eine über 200 jährige Kurtradition zurück. In der Stadt selber kann man wunderbar an dem gelegenen Burgsee und gepflegten Parkanlagen flanieren.

Das Rad
Das Rad

Nach weiteren 10 Kilometer flach durchs Land führenden Radweg komme ich nach Merkers und seinem Erlebnisbergwerk. Hier besuche ich auf dem Geländes des ehemaligen Kalischachtes eine einzigartige Kristalllgrotte, wo sich von den Wänden und der Decke imposanten Gebilde in die Gänge strecken. Das Kalisalz wird in dieser Region auch gerne das weisse Gold genannt. Verdankt die Region vor der Rhön diesem sein Reichtum und seine Entwicklung. Alte Fabrikanlagen lassen sich noch in Dorndorf bestaunen. Ab Dorndorf zeigen sich dann auch die ersten Kegelförmigen Bergkuppen der Rhön, in welche mich der Radwanderweg nun führt. Hier empfängt mich die bunte Stadt vor der Rhön, Vacha. Vacha ist Thüringens älteste Stadtsiedlung. Seid dem Jahre 1186 besitz Vacha das Stadtrecht. Sanierte Fachwerkhäuser, ein wunderschönes Heimatmuseum und Thüringens grösste Pumpensammlung.

Mont Kali
Mont Kali

Ab nun bleibt der Radweg überwiegend flach und alle kommenden Steigungen sind überschaubar. Der Radweg schlängt sich weiter gut ausgeschildert über Philippstal nach Heringen an der Werra. Vor Heringen erblicke ich den Mont Kali, welcher durch den Kaliabbau in der Region entstand und mittlerweile 200m Höhe mist. Wer will kann hier das Werra-Kalibergbaumuseum oder den Mont Kali; besichtigen.
Kurz hinter Heringen radle ich an einem Vogelbeobachtungsstand vorbei. Nur sehe ich keine Vögel. Keine kleinen und keine grossen. Dafür führt der Weg nun direkt an der Werra entlang und führt mich über einen schmalen Holzpfad durchs Feuchtgebiet. Zum Glück kommt mir kein andere bepackter Radler entgegen. Sonst wärs hier verdammt eng. Nach schattenlosen, gut asphaltierten Kilometern komme ich nach Berka, wo ich der aus gut erhaltenen Fachwerkhäusern bestehenden Altstadt einen kleinen Besuch abstatte und mich dann weiter in Richtung Gerstungen und Herleshausen auf mache. Das Werra Tal mit welchem hier noch die Handwerksbetriebe werben, ist mittlerweile so weit geworden, das man die kleinen Hügel , im vergleich zu vorher, nur noch spärlich erkennt.

Alter Bahnhof in Philippsthal

Nur knapp verfehle ich Eisenach mit der berühmten Wartburg. Dafür fährt mein Weg direkt am Beginn oder Ende des Rennsteigweges in Hörschel vorbei. Ab Creuzburg, wo ich an der alten Werrabrücke mit Liboriuskapelle vorbei radle, geht es nun noch mal ein kleines Stück steil bergauf, um sich dann im enger werdenden Tal direkt rechts der Werra durch einen dicht bewachsenen Waldweg nach Mihla zuschlängeln.

Bald darauf gelang ich nach Treffurt am Rande des Nationalparks „Hainich“. Schon von weitem erkenne ich den Ort an seiner überragenden Burg Normannstein mit ihren 3 Türmen, was eine bauliche Seltenheit darstellt. Hier mache ich eine längere Pause und geniesse das Flair der Altstadt mit einem Rathaus, welches zu den schönsten mittelalterlichen Fachwerkhäusern der Region zählt.

 

Bericht 1 ~ Bericht 3 ~ Werra Tal Einstiegsseite

 

Bildergalerie bis Treffurt