Rennsteig-Radwanderweg

  • geeignet für: MTB, geländefähige Liege- und Trekkingräder
  • Gefahrene Kilometer laut Tacho: 182,75km
  • Zeit: 2 bis 5 Tage (je wie man möchte und kann)
  • Grad: mittel bis schwer (je nach Streckenabschnitt)
  • Strecke: ca. 30% Asphalt, 70% befestigter Wanderweg

Track Download unter: ssffnetwww.das-rad-ruft.de


Ich wandere ja so gerne am Rennsteig durch das Land...

So lautet ein Textabschnitt aus dem Rennsteiglied von Herbert Roth (Musik) und Karl Müller (Text). Der Rennsteig zählt wohl zu den berühmtesten Wanderwegen in Deutschland.

Über eine Länge von 168 km erstreckt sich der Rennsteig von Hörschel nach Blankenstein, auf den Höhen des Thüringer Waldes, des Thüringer Schiefergebirges und des Frankenwaldes. Dabei gehen die einzelnen Gebirge in einander über, so das dies der Wanderer oder Radwanderer gar nicht bemerkt.

Der Rennsteig diente in seiner Entstehungsgeschichte als Kurierpfad und auch als Landesgernzen ziwschen den zahlreichen Thüringer Kleinstaaten. Entlang des Rennsteiges finden sich noch heute mehr als 1300 Grenzsteine. Die ältesten stammen dabei aus dem 16. Jahrhundert.
Natur und Geschichte verbinden sich auf diesem Steig zu einem einmaligen Erlebnis. Mehr zu der Geschichte erfährt man auf der Seite von Rennsteigtip.de

Tobi und Mike in Blankenstein
Tobi und Mike in Blankenstein

Wir starten in Blankenstein, da uns dies vom Höhenprofil her leichter und schöner erscheint, als von Hörschel aus zustarten.
Doch auch wir dürfen gleich zum Anfang einen satten Anstieg auf uns nehmen, welcher sicher aber nur über eine länge von ca. 200m erstreckt. Der Weg führt uns auf einem super gut ausgeschilderten Radweg nach Schlegel. Hier fährt man noch auf freien Flächen wo man, bei guten Wetter einen weiten Ausblick in die Umgebung haben kann.
Wir dürften wenige Meter nach unserem Touren Beginn unsere Regenjacken überziehen und sollten diese auch den ganzen Tag über anbehalten.
Früher dachte ich immer, das mich Petrus nicht leiden kann. Heute ist es reine Gewissheit.

Grumbach
Grumbach

Hat man den Anstieg in Blankenstein überwunden bewegt man sich erst mal von 415Hm auf 726Hm (Finkenberg), über eine Länge von 18km. Es geht also leicht bergauf. Die Wege hier sind gut befestig und man kommt gut voran. Der Weg führt teils durch dichte Wälder und teils über weitflächige Wiesen und Felde

Kirche in Lehesten
Kirche in Lehesten

Bis zum Kurfürstenstein ist alles super ausgeschildert. Dann biegt der Radweg nach Lehesten ab. Man macht hier einen kleinen Umweg durch ein vom Schieferabbau gezeichneten Ort.
In Lehesten ist der Radweg auch noch gut ausgeschildert. Kurz dahinter verliert sich dann nach dem Schiefer-Göpelschacht die Spur der Radwanderwegschilder. Wer sich nicht verfahren und sich nicht die industrielle Geschichte von Thüringen ansehen möchte, der bleibe am besten an dieser Stelle auf dem Wanderweg und halte sich gleich in Richtung Dreiwappenste.

Schiefergöpelschacht
Schiefergöpelschacht

Kurz hinter Lehesten überschreitet man die ehemalige Innerdeutsche Grenzen nach Bayern. 12 Kilometer verläuft der Rennsteig nun auf bayerischem Gebiet.
Der Radwanderweg ist hier durch kleiner Schilder gekennzeichnet. In Steinbach am Wald fährt man im Kreisverkehr geradeaus weiter. In der Mitte des Kreisverkehrs steht ein Wasserscheidenobelisk.
Folgt man der Strasse nach links in Richtung Bayreuth kommt man nach ca. 200m an die Dorfkirche aus dem 15. Jahrhundert. Die B85 wird auch Bier- und Burgenstrasse genannt. Der Name sagt denke ich alles.

Kalte K?che
Kalte Küche

Der Radwanderweg führt parallel zur Strasse in Richtung Tettau. Man sollte auf diesem Weg bleiben und sich nicht mit dem Rad auf den Wanderweg begeben, da dies die Fahrfreude doch sehr mindern kann. Vor allem bei schlechtem Wetter.
Kurz vor der `Kalte Küche` überschreitet man abermals die ehemalige Innerdeutsche Grenze drei mal, vor der Strassenkreuzung Saalfeld - Sonneberg.

 

Berggasthof Brandt
Berggasthof Brandt

Von der `Kalten Küche` geht es weiter durch den Wald in Richtung Berggasthof Brandt. Nicht weit von dem Gasthof entfernt befindet sich das Denkmal des Thüringer Wintersportverbandes. Das Denkmal wurde 1920 zu Ehren der im 1. Weltkrieg gefallenen Wintersportler errichtet. Bis zur Grenzöffnung 1989, war hier das Ende des Rennsteiges für die Wanderer.
Von hieraus ist es nun auch nicht mehr weit bis Neuhaus am Rennsteig. Neuhaus am Rennsteig liegt auf 835Hm. Empfehlenswert ist in Neuhaus am Rennsteig die Stadtkirche, welche im Jahre 1892 eingeweiht wurde. Die Kirche wurde in Anlehnung an gotische Formen errichtet und ist ganz mit Schiefer gedeckt. Welches ja in der Umgebung zahlreich abgebaut wurde.

Rennsteigweg hinter Neuhaus
Rennsteigweg hinter Neuhaus

Von `Neuhaus am Rennsteig` führt uns der Weg weiter nach Limbach und weiter auf die `Friedrichs Höhe` auf 800Hm. Es geht weiter zur Pechleite, Eisfelder Ausspanne. Hier befindet sich auch eine Schutzhütte, in welcher man die Nacht verbingen kann.
Über den Eselsberg (842Hm) hinweg erreichen wir Masserberg. Masserberg ist der älteste Ferienort des oberen Waldgebietes im Kreis Hildburghausen. Dennoch gehört Masserberg zu den jüngsten Siedlungen des Rennsteiggebietes.
Im Jahre 1903 wurde in Masserberg ein Kurhaus, sowie Hotels und Pensionen erbaut. Damit erlebte der Ort seinen Aufschwung im Fremdenverkehr. Bekannt wurde Masserberg durch die 1949 vom Jenaer Universitätsprofessor Dr. Lenz gegründete und später nach ihm benannte Augenheilstätte.

Kahlert
Kahlert

Von Masserberg zum Trinusstein. Am Trinusstein befindet sich eine Gedenktafel an den Thüringer Heimatschriftsteller und Wanderer August Trinius. Kurz dahinter gibt es auch eien Baude, in welcher man übernachten kann. Der Weg führt weiter parallel zur Strasse zur Schwalbenhauptwiese und weiter zur Teufelsbuche.
Der Weg führt nun entlang der Strasse über Kahlert bis Neustadt am Rennsteig. Neustadt ist ein staatlich anerkannten Erholungsort. 1453 wird Neustadt erst mals in der schwarzburgischen Rennsteigurkunde `Die Markscheidung der Hohen Wälder` erwähnt.
 

Wir radeln nur gerade weg durch den Ort und folgen auch hier den Wegweissern in Richtung Burgberg und Grosser Dreiherrenstein. Vom Burgberg muss man über den Morast weiter zum Grosser Dreiherrenstein. Erreicht man die man die Waldbaude Dreiherrenstein, hat man die Hälfte der Wegstrecke des Rennsteiges zwischen Werra und Saale erreicht. Von hier aus geht es nach Allzunah. Der Radwanderweg verläuft auch hier parallel zur Strasse.

 

Werra Quelle und Beginn des Werratal Radwanderweges
Werra Quelle und Beginn des Werratal Radwanderweges

Von Allzunah ist es nun auch nicht mehr weit bis nach Schmiedefeld. Der Weg führt weiter auf der Strasse bis zum Bahnhof von Schmiedefeld. Somit ist dieser Bahnhof der höchst gelegende auf dem Rennsteig.
Ein Abstecher nach Schmiedefeld lohnt sich vor allem für Teilnehmer des alljährlichen Rennsteiglaufes. Dort ist nämlich immer das Ziel.
1904 wurde Schmiedelfeld an das Eisenbahnnetz angeschlossen und der wirtschaftliche Aufschwung nahm seinen Lauf. Schmiedefeld wurde ein beliebter Erholungsort, welcher es bis heute auch noch ist.
Kurz hinter dem Bahnhof von Schmiedefeld folgen wir der Strasse nach Oberhof. Der Radwanderweg führt auch hier weiter auf der Strasse. Ein Abstecher auf den Wanderweg ist allerdings nur für trainierte Radfahrer ratsam, da es doch sehr oft schön bergauf geht.
Uns erwischte uns ab hier ein starker regen, welcher uns bis Oberhof begleiten sollte. Somit gibt es leider keine Fotos von dem Berghotel Schmücke, wo man sonst einen herlichen Ausblick geniessen kann, sowie von der Strecke.

Fliegerdenkmal bei Oberhof
Fliegerdenkmal bei Oberhof
Benni auf dem Rennsteig
Benni auf dem Rennsteig

Hinter dem Grenzadler halten wir uns an der Bundeswehr Sportstaion links vorbei direkt auf den Rennsteig. Ab hier wird es sicher voll werden bis Brotterode. Wenige 100m nach dem man den Grenzadler hinter sich gelassen hat fährt man am Fliegerdenkmal vorbei, wo am 11.09.1944 zwei amerikanische Piloten abgeschossen wurden. Das Denkmal erinnert aber an alle Piloten des zweiten Weltkrieges.
Ab hier ist es auch ratsam den eigentlichen Radwanderweg zu verlassen und sich auf den Rennsteigwanderweg zu begeben. Auch dieser ist für Radfahrer erlaubt. Doch bitte Rücksicht auf die Wander.
Wir passieren nun folgende Stationen: Die Auspanne, wo man auch eine Schutzhütte vorfindet in welcher man nächtigen kann, den Sperrhügel, die Neue Ausspanne Grenze. Ebenfalls mit Schutzhütte. Und die Ebertswiese.

Ebertswiese
Ebertswiese

An der Ebertswiese lohnt sich unbedingt ein Abstecher zu dem Bergsee und dem dortigen Imbiss. Dort sollte man die Soljanka probieren.
Von der Ebertswiese aus geht es dann leicht bergab zum Dreiherrenstein am Hang, wo man auch übernachten kann. Der Weg führt nun weiter am Hang entlang und man erhält des öfteren einen guten weiten Ausblick auf den nördlichen Thüringer Wald.
Der Weg führt weiter ber das Heuberghaus, ebenfalls mit Übernachtungsmöglichkeit, Am Kreuz, Grenzwiese bis zum Inselsberg. Diesen sollte man dann doch lieber auf dem Radwanderweg umfahren, da es auch hier sehr steil zur Sache geht. Dafür werden einem schöne Ausblicke auf Brotterode und die Skischanzen in Brotterode gewährt.
Kurz hinter Brotterode hält man sich in Richtung Brotteroder Hütte und biegt dort rechts ab in Richtung Zigeunerkopf. Hier wird es auch noch mal recht steil an einigen Stücken. Ist aber alles fahrbar für trainierte Radler. Ich habe diese Steigungen auch mit dem Liegerad geschafft.

 

Rennsteigweg

Nun folgen die letzten 21 Kilometer bis Hörschel. Es geht fast immer auf einer Ebene lang, über: Ruhlaer Häuschen, ZollstockHirschstein, zur Hohen Sonne. Hier kann man ebenfalls einen netten Abstecher zur Drachenschlucht machen, was sehr ratsam ist. Ein einmaliges Erlebnis erwartet dort den Naturfreund. Von nun an geht es am Berghang entlang durch einen dichten Buchenwald.
Der Radwanderweg ist hier bis auf eine Ausnahme recht gut ausgeschildert. Man muss sich imer in Richtung Saalkopf und Elsterberg halten.

Wartburgblick
Wartburgblick

Unterwegs hat man noch mal einen wunderbaren Ausblick auf Eisenach und die Wartburg. Bei Regen kann dieser Weg allerdings sehr matschig werden.
Vom Elsterberg geht es weiter zum Ruppertskopf, Vachaerstein und Clausberg. Zum Abschluss der Tour erwarten uns hier noch mal einige kurze aber satte Anstieg.
Links liegt bereits Hessen. Ist das Grenztor erreicht, so haben wir wieder ein Stück des Rennsteiges hinter uns gelassen, welches zu DDR Zeiten tabu war, da es zum Speergebiete gehörte. Ab dem Eichelberg geht es dann nur noch bergab bis nach Neuenhof. Dort biegen wir an der Gaststätte nach rechts ab und haben nach ca. 2 Kilometern das `Tor zum Rennsteig` erreicht. Viele sagen `Beginn des Rennsteiges. Ich kann nur empfehlen die Tour von Blankenstein nach Hörschel zu machen, da man sonst zum Anfang sehr steile Anstiege hat und der Weg ab Hörschel bis zum Inselsberg fast nur bergauf geht. Da schmeisst man sicher sein Rad in Oberhof in den nächsten Zug.
Von Hörschel sind es dann nur noch 10 Kilometer bis zum Bahnhof in Eisenach.
Für die Tour sind 3-5 Tage optimal. 5 Tage wenn man sich wirklich Zeit lassen und alles genau erkunden möchte.

Ende oder Beginn des Rennsteiges
Ende oder Beginn des Rennsteiges

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