Südvietnam

Kein Wunder das Hoi An unter westlichen Travelern so beliebt ist. Die Altstadt ist wie ein lebendiges Museum. In etwa 800 Objekte wurden 1999 in die Liste der Unesco Weltkulturerbe eingetragen. Gluecklicherweise wurde der kleine Ort auch von den Kriegen weitgehend verschont. So kann man beim Stadtbummel sehr alte Holzhaeuser bestaunen die seit Generationen im Besitz ein und derselben Familie sind. Es vermischen sich vietnamesiche, chinesische und japanische Architektur. Altertuemliche chinesische Versammlungshallen und Tempel sind zu besichtigen. Wer sich Kleider oder Anzuege masschneidern lassen will ist hier goldrichtig. Wunderschoene Stoffe fuer wenig Geld. Abends verwandeln bunte Lichter und Girlanden den Ort in ein erholsames Plaetzchen mit viel Athmosphaere. Einheimische Taenze, Klaenge und kulinarische Koestlichkeiten verwoehnen den Besucher.  Nach ein paar gemuetlichen Tagen ziehen wir trotzdem wieder weiter.

Der sogennante Opentour Bus bringt uns auf dem bequemsten Weg in die Berge nach Dalat. Das Ungewoehnliche an diesem Bus ist dass man die gesamte Fahrt im Liegen verrbringt. Konzipiert fuer Menschen bis 1,80 m heisst das fuer mich Knie an die Hueften und durch!

Da Lat ist das Lieblingsziel vietnamesischer Touristen. Gut 800 000 stroemen jaehrlich in die 1897 von den Franzosen gegruendete Stadt. Viel ist von dem angebelichen einstigem Flair nicht mehr vorhanden. Moderne vietnamesische Haeuser kennzeichnen das Stadtbild. Schrille Farben und laute Musik machen den Ort fuer uns eher unattraktiv.Wiedereinmal erfahren wir das vietnamesicher Geschmack (sowohl beim Essen als auch beim Wohnen und Verhalten) nicht dem unserem entspricht!So schwingen wir uns gerne wieder auf die Raeder und holpern ueber staubige Strassen, vorbei an Obstplantagen und Reisfeldern, ans Meer.

Mui Ne heisst hier das Zauberwort! Mui Ne am Golf von Tonkin ist ein kleines ungepflegtes Fischerdorf an den sich ein Strand fuer westliche Touristen anschliesst. Besuchenswert ist Mui Ne jedoch vorallem wegen seiner Sandduenen in Wiess und rot. Wie aus dem Nichts erheben sich die Duenen die einem wahrhaft das Gefuehl von Saharh und keinesfalls vom Meer verleihen. Fuer uns sind sie wunderbare Fotomotive.

Von Mui Ne aus sind es nicht mehr ganz 200 km nach Saigon, dem heutigen Ho Chi Minh City. Auf unserer Fahrt durch den Sueden erleben wir die Menschen zunehmend freundlicher und vorallem froehlicher als im Norden! Sai Gon (was erst die Franzosen zusammen schrieben) ist eine aufgeweckte, lebendige Stadt welche im Mofaverkehr zu versinken droht. Auf 10 Mio Einwohner kommen 4 bis 5 Mio Motorroller. So wird jede Ueberquerung der Strasse zu einem Ueberlebenskampf. An zahlreichen Ecken in HCMC trifft man auf ein Stueck Geschichte: alte Tempel und Pagoden, Kolonialbauten und Kriegsmueseen. Vorallem die alte US Botschaft, heute der Wiedervereinigungspalast ist fuer Freunde der Neuzeitgeschichte ein Muss. Hob hier doch der letzte Hubschrauber der Amerikaner ab und beendete damit endgueltig diesen Krieg. Zwei Tage reichen allerdings aus wenn man sich auf die Sehenswuerdigkeiten beschraenkt.

Vietnam befindet sich diese Tage etwas im Ausnahmezustand, denn das chinesische Neujahrsfest steht vor der Tuer. In den Wochen vorher wird es ueberall noch lebendiger...es ist ihr Jahreshighlight eine Mischung aus Weihnachten und Neujahr zugleich. Es wird geputzt und alles mit Blumen geschmueckt. Essen muss gebunktert werden und moeglichst sollte man sich fuer das neue Jahr auch noch mit neuer Kleidung und was sonst noch allem eingedeckt werden. Wir haben den Eindruck dass alles was Laufen kann auf den Beinen ist. Man kehrt zurueck in seinen Heimatort und zu den Familien. Dafuer haben nun auch fast alle frei! Gefuehtl halb Vietnam muss im Mekong Delta wohnen. Fuer Autos ist teils kein Vorwaertskommen mehr. Wir stehen sozusagen mit den Raedern im Stau und langsam schiebt sich die Blechwelle vorwaerts. Auf der Mofaspur dicht an dicht und dass man sich staendig auffaehrt gehoert hier zum Alltag. Wenn moeglich weichen wir auf kleine Nebenstrassen aus und koennen hier die Kanaele und die Vegetation des Deltas geniessen. Das Mekong Delta kann man nicht von einem einzigen Ort aus besichtigen. Dazu ist die Gegend und die Orte, wie My Tho, Luong Xyen oder Chau Doc zu unterschiedlich. Ueberall ist es spannend anders. Bootsfahrten auf dem Mekong zu den schwimmenden Maerkten gehoern dabei zum Pflichtprogramm.