Laos

Der Mekong bildet eine natuerliche Grenze zwischen Thailand und Laos. Nachdem wir nun mehrere Tage ueber den Fluss in unser naechstes Reiseland blinzeln konnten fiebern wir nun der Einreise entgegen. Ueber die Freundschaftsbruecke bei Nong Khai erreichen wir das "neue" Land. Ohne Probleme erhalten wir unser Visa fuer 20 US Dollar plus 1 Dollar Sonntagaufschlag. Den Weg von der Grenze nach Vientiane suchen wir uns mit Hilfe von Einheimischen - Wegweiser gibt es nicht.

Vientiane ist eine kleine Hauptstadt fuer die 2 Tage Besuch vollkommen ausreichend sind. Uns fallen besonders viele teure Autos auf. Zaehlt Laos nicht zu einem der aermsten Laendern der Welt?! Staubig ist die Strasse die uns aus Vientiane herausfuehrt. Erinnerungen an Nepal kommen auf. Flach folgen wir der Nr. 13 vorueber an Reisfeldern, Palmen und Fluessen. Die Haeuser in den Doerfern sind ueberwiegen aus Stein.

Unser naechstes Ziel ist der Naom Ngam Stausee. Er bildet Laos groesstes Wasserresevoir. Wir naechtigen in dem kleinen verschlafenen Fischerdorf Na Keun, welches unser Reisefuehrer empfiehlt. Verschlafen trifft es genau richtig. Ein kleiner Hafen mit nicht befestigtem Ufer und unzaehlige, leere Restaurants. Ein Dorf durch das man von Ortseingang bis zum Ende 15 Minuten braucht. Aber nur wenn man mehrmals an den kleinen Lebensmittelstaenden anhaelt. Aber Na Keun besticht durch seine Ruhe und seinen Ausblick auf die zahlreichen Inseln. Ein lohnenswertes Ziel, wenn man nicht zuviel Unterhaltung erwartet.

Danach wird es zunehmend bergiger. Immer mehr meterhohe Palmen und Bananenbaeume saeumen die Strassen. In den Doerfern sehen wir ueberwiegend Holzhaeuser und es kommt dass, was wir schon von anderen Reisenden erzaehlt bekommen haben. Kinder, welche uns laechelnd zuwinken und sabadiii (hallo) bruellen. Nicht selten wechseln die Kleinen auf unsere Strassenseite um dann ihre Haende zum Abklatschen hinzuhalten. Einige holen dabei ziemlich Schwung, nicht zur Freude unserer Haende. Da wird es zur Alternative die Haende kurz vor dem Aufschlag wegzuziehen. Sehr zur Belustigung beider Seiten.

Vang Vieng - eine der meistbesuchten aber auch am meist umstrittensten Touristenorte erreichen wir eines spaeten Nachmittags. Die Stadt befindet sich durch den riesigen Ansturm von Touristen, vornehmlich Backpackern, im stetigen Umbau. Hier kann man alles an Funsportarten unternehmen, welche der weltoffene Tourist wuenscht. Klettern, Kanufahren, Hoehlen besuchen oder sich auf einem Reifen den Fluss heruntertreiben lassen und und und...Am Abend trifft man sich dann auf der Partyinsel zum Tanzen und Trinken. Oder man sieht sich mit anderen Touris die heimatlichen Fernsehsendungen in der Kneipe an. An die laotischen Sitten und Gebraeuche wird sich dabei nur selten gehalten. Der Tourist fordert hier seinen heimatlichen Luxus ein, vom Essen bis zur Kleiderordnung. Dadurch wird Vang Vieng zu einem austauschbarem Touristenort, wie es sie oft auf dieser Welt gibt. Ohne Charme, aber landschaftlich wunderschoen gelegen. Bereits vor Vang Vieng erblicken wir die sogennanten Karstberge welche Laos Lanschaft so besonders machen. Runde, gruene Kegel welche mal mehr mal weniger steil in den Himmel ragen.

Nun erwarten uns laengere Aufstiege. Von 1300 Hoehenmetern auf 900 hm runter und wieder auf 1400 hm rauf. Aber eine Heisse Quelle, 20 km hinter Kasi sorgt fuer Entspannung, bevor es dann richtig bergauf geht. Am Ende werden wir von Vang Vieng nach Luang Prabang gute 3500 hm mehr auf dem GPS haben. 80 km vor Luang Prabang gibt es dann keine Gaestehaeuser mehr. Hier machen wir eine unserer laengsten Bergetappen von gut 86 km.

Luang Prabang ist wohl die Stadt, welche der interessierte Reisende mit im Programm haben muss. Hier lassen sich gut mehrere Tage mit den verschiedensten Touren und Sehenswuerdigkeiten fuellen. Wir lassen uns auf dem Mekong zur 25 km entfernten Pak Ou Hoehle schippern. Hier befinden sich die Hoehlentempel von Tham Ting, eine der wichtigsten buddhistischen Staetten von Nordlaos. Die untere Hoehle - Tham Loum - bietet eine wunderschoene Aussicht auf den Mekong. In der Stadt selbst besuchen wir die zahlreichen Wats unter anderem Wat Xieng Thong das zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Es ist der aelteste Tempel in Luang Prabang und als einziger aus dem 16 Jhr. erhalten geblieben. Einst diente es Koenig Setthathirat als koenigliches Kloster. Zuletzt besuchen wir noch den Tad Kuang Xi, einen Wasserfall 32 km westlich der Stadt. Er ist eingebettet in eine dichte Dschungellandschaft und stuerzt an seiner hoechsten Stelle 30 m in die Tiefe. Eine kleine Wanderung um den Wasserfall ist empfehlenswert um die komplette Schoenheit von Tad Kuang Xi erleben zu koennen.

Mit dem Bus geht es ein kleines (aber bergiges) Stueck zurueck. Der letzte Hoehepunkt unserer Laosreise sind die "Plains of Jars" (Ebene der Tonkruege). Die Ebene wird gebildet aus einer Mischung von Reisfeldern und trockenen Wiesen. Mal ein paar Baumgruppen, aber zunehmen karge Landschaft. Gezeichnet durch einen Krieg, der hier vor 40 Jahren noch tobte. In Phonsavan wird einem die Geschichte deutlich vor Augen gefuehrt. Fast jedes Gaestehaus hat alten Kriegsschrott vor der Tuer oder in der Empfangshalle. Von Gewehrkugeln, ueber Bomben bis Reste von Flackgeschuetz ist alles dabei.

In den naechsten Tagen werden wir Laos langsam verlassen und nach Vietnam einreisen.