Myanmar - 2013

„Mingalabar! Is it your first time in Myanmar? How long do you stay?

Eindeutig überrascht sitzen wir auf den Hinterbänken eines in die Jahre gekommenen Transporters und antworten brav auf die uns gestellten Fragen. „Yes is`s our first time and …“ Die Unterkunft hier in der grössten Metropole des Landes haben wir bereits von Deutschland aus gebucht. Vier Monate vor unserer Einreise informierten wir uns via Internet über die Hotels und Gästehäuser. Viele der im Reiseführer angegebenen Gästehäuser sind noch nicht per e-mail erreichbar. So konnten wir nur zwei bis drei in unserer Preisklasse anfragen. Nach zwei Wochen die erste Antwort. Ja ein Zimmer sei frei, dazu die Preise und ob wir buchen wollen. Da diese Unterkunft die einzige bleibt die sich meldet fällt die Entscheidung nicht schwer – ja wir wollen! Eine weitere Woche vergeht und wir erhalten keine Antwort ob es nun geklappt hat oder nicht. Typisch deutsch wüssten wir doch gerne ob die Reservierung steht! Also nochmal anschreiben und höflich nachfragen. Als Antwort bekommen wir wieder die e-mail mit Preis und ob wir buchen wollen. Immerhin ist in dieser zweiten Mail der Zimmerpreis um fünf Dollar gesunken. Ja ja ja jetzt wollen wir erst recht buchen! Und tatsächlich ein paar Tage später erhalten wir die Info: Zimmer gebucht und wir holen sie vom Flughafen ab wenn sie wünschen!

Von oben ist nicht viel zu sehen. Vereinzelt Lichter. Nun werden es ein paar mehr. Wir nähern uns an. Der A 310 setzt auf der Landebahn auf. Das Flughafengebäude wirkt schon mal sehr gepflegt. Wir sehen „Weisse“ die wohl auf unsere Maschine für ihren Rückflug gewartet haben. Sie sehen erholt aus und sind mit einer gesunden braunen Hautfarbe gesegnet. Viel ist nicht los auf dem Flughafen. Nur noch ein paar weitere Ankömmlinge aus Chiang Mai. Bei der Einreise wird ein Foto von uns gemacht und das Gepäck durchleuchtet. Alles läuft sehr freundlich ab. Wir dürfen den Flughafen verlassen. Und da steht er! „Unser Mann“ mit dem Zettel „Mike Strübing“ in der Hand.

Dass vier Monate später tatsächlich ein Einheimischer mit DIN A 4 Blatt und Mikes Namen drauf, auf uns wartet, grenzt für uns an ein kleines Wunder! Bisher haben wir in Asien gelernt dass man kaum weiter als über den heutigen Tag hinaus plant. Ungläubig und mit grossen Augen lachen wir in an – ja Mike Strübing, das sind wir - und fröhlich stapfen wir hinter dem guten Mann her! Willkommen in Myanmar – erste Überraschung geglückt!

…and we stay four weeks!“ Vier Wochen – wir sind wirklich sehr gespannt was uns in dieser Zeit erwartet. Wir saugen die ersten Eindrücke von Yangon bei Nacht durchs Taxifenster auf.

Dieses Gefährt ist schon mal typisch asiatisch. Genau hinschauen sollte man nirgends wenn man sich nicht beunruhigen möchte. Das gleiche gilt fürs Hinhören. Den zahlreichen Nebengeräuschen sollte möglichst keine Beachtung geschenkt werden! So können wir unsere ganze Wahrnehmung auf das Wahrzeichen der Stadt richten, der Shwedagon Pagode an der wir dicht vorbeifahren. Sie leuchtet golden und von beeindruckender Größe in den Nachthimmel. Unsere Unterkunft liegt etwas östlich in einer kleinen Nebenstraße. Wir haben ein kleines Gästehaus erreicht. Drei Stock hoch und Wand an Wand zu den umgebenden Häusern die mindestens noch fünf Etagen mehr besitzen.

Die Tür wird uns aufgehalten und eine freundlich lachende Frau empfängt uns hinter ihrem Tressen. Sie fragt uns kurz nach dem Namen und schon werden wir zu unserer Bleibe für die ersten Nächte hier geführt. Wir dürfen uns erst mal frisch machen und etwas erholen bevor wir mit den Ausweisen wiederkommen sollen.

Sie leiht uns gleich noch ein paar einheimische Geldscheine damit wir uns in einem der Restaurants in den Nebenstraßen ein Abendessen leisten können.

Die Einheimische Währung den „Kyat“ erhält man nur innerhalb des Landes. Bislang wurde empfohlen sich ausreichend Bargeld in US Dollar oder in Euro mitzunehmen. Diese würden dann am besten auf dem Schwarzmarkt getauscht, so zahlreiche Foren. Wobei vom Schwarzmarkt aktuell komplett abzuraten ist. Zum einen ist die Gefahr groß betrogen zu werden, zum anderen ist der Wechselkurs am Flughafen und auch im Zentrum von Yangon mittlerweile fast gleich. Auf dem Schwarzmarkt würde man, wenn überhaupt nur ein paar Kyat Gewinn machen. Es lohnt kaum sich dieser Gefahr auszusetzen.

Kurz vor unserer Einreise wurden die ersten Bankautomaten aufgestellt. Eine Liste der ersten dreißig konnten wir uns auf der Seite der Botschaft ausdrucken. Da hatten wir unsere Dollar aber schon getauscht. Nach dem unser Hotel den Rechnungsbetrag nicht in Dollar, sondern in Kyat haben möchte, entscheiden wir uns für einen größeren Umtausch von Dollar in Kyat in Yangon. Später wird sich rausstellen, dass es so genau richtig war. Nur die Hotels wollten die Dollar haben, hätten Kyat aber auch genauso akzeptiert.

Natürlich führt unser erster Weg zum buddhistischen Wahrzeichen Myanmar`s, der Shwedagon Pagode. Goldglänzend thront sie über der Stadt. Mit Tonnen von Gold überzogen und Edelsteinen geschmückt, soll die sie über 2500 Jahre alt sein. Historische Dokumente bezeugen das sie bereits vor dem Tod des Buddha Siddhartha Gautama im Jahre 486 v. Chr. erbaut wurde. Damals war sie allerdings noch viel kleiner. Erst im Jahre 1774 unter König Hsinbyushin erhielt sie ihre jetzige Höhe von 100 m.

 

Im Vergleich zur Boudhanath Stupa in Kathmandu/Nepal, geht es hier ruhiger zu. Es gibt keine Gebetsrollen um die Pagode herum. Die Pilger die gekommen sind knien vor der Pagode und beten unter anderem ihren Tagesschrein an. Hier weiss jeder an welchem Wochentag er geboren ist. Und genau diesen Schrein besucht derjenige. Bringt Blumen oder Papierschirmchen zum Schutz. Wir besuchen den Schrein des Merkur, welcher allen Menschen gewidmet ist, die am Mittwochvormittag geboren wurden. Hier tut es Eva den Gläubigen gleich und übergießt die marmorne Buddhafigur mit Wasser. Danach den Schutzheiligen der hinter Buddha wacht und zum Schluss, das dazugehörige Symbotier – den Elefanten. Wobei der Mittwoch als Tag doppelt zählt. Der Vormittag ist der Elefanten mit Stoßzähnen gewidmet, während der Nachmittag, also der achte Tage der Woche, den Elefanten ohne Stoßzähnen gewidmet ist. Mike tut das gleiche am Schrein für die Sonntagskinder.

Eine weitere wichtige Pagode dieser Stadt ist die Sule Pagode. Die kennzeichnet das Zentrum von Yangons Altstadtt. Zwar ist sie längst nicht so alt, wie die Shwedagon Pagode, dennoch aber einen Besuch wert. An der Sule, wie sie kurz genannt wird, dürfen wir uns auf die kleine „Gebührenabzocke“ in Myanmar einstellen. Ausländer müssen Eintritt zahlen. Das ist okay und auch nicht allzu teuer. Doch dazu kommt dann noch die sogennante Fotogebühr. Auch dieser Betrag ist klein aber es nervt uns alle 100m zur Kasse gebeten zu werden.

Nach vier Tagen Yangon besteigen wir in aller Herrgotts frühe auf dem Aung Saung Busbahnhof unseren Fernbus nach Bagan. Auf zu der drittgrößten Tempelanlage der Welt. Pünktlich um 6:30 Uhr startet der Bus. Als erstes geht es auf die neue „Autobahn“ die Yangon mit Mandalay verbindet. In Deutschland in etwas mit einer Schnellstraße gleich zusetzen. Irgendwann verlassen wir die Autobahn und fahren auf eine echte myanmarische Landstraße. Hier fängt der Spaß der Bustour erst richtig an. Die Landstraße ist fast einspurig. Alles was dem Bus in den Weg kommt wird weggehupt. Kommt ein anderer Bus entgegen, weichen wir auf den kaum vorhandenen Seitenstreifen aus. Die Fahrt ähnelt einer Trampolintour. Wir werden von allen Seiten durchgerüttelt. Dafür ist im Bus für einiges gesorgt. Es gibt Mülltüten, die so manch Einheimischer als Spucktüte nutzt und dann aus Fenster wirft. Es gibt Wasser, Frischetuch und Zahnputzzeug. Für die 500 Kilometer lange Strecke von Yangon bis Bagan benötigen wir gute 10 Stunden. In der Zeit, wären wir auch von München nach Bangkok geflogen. Dabei lag es auch nicht am Busfahrer dass es so lange dauert, denn der gibt alles. Ohne vom Gaspedal zugehen, wird auf alles drauf gehalten und erst im letzten Moment, wenn es wirklich nicht mehr anders geht, scharf abgebremst. Wir rechnen jede Minute mit einem Auffahrunfall. Es erstaunt, dass wir nicht einen einzigen Crash auf der Strecke erleben.

Unser Hotel in Nyaung U, das wir bereits aus Yangon vorreserviert haben, holt uns mit einer Pferdekutsche vom Busbahnhof ab. Wobei die Kutsche, nicht mit einer in Eurer jetzigen Fantasie gleichzusetzen ist. Nein sie hat nur zwei Räder, so eine Art Sportkutsche, wie beim Pferdesport. Ist alles auf dem Gefährt verladen, ist es verwunderlich, dass das Pferdchen nicht in der Luft hängt. Mit solch einer Kutsche machen wir uns am nächsten Tag auf um das Gebiet von Bagan zu erkunden. Es geht über staubige Sandpisten.

Wir Kraxeln auf so manch altertümlichen Tempel fast bis zur Spitze, um einen besseren Ausblick über das gesamte Gebiet zu bekommen. Was in Angkor Wat/ Kambodscha strengstens verboten ist, ist hier völlig normal. Ja es wird uns sogar von den Einheimischen gezeigt. Soweit das Auge sehen kann, Pagoden über Pagoden! Egal in welche Himmelsrichtung man schaut. Schon sehr eindrücklich! An nahezu jeder haben sich auch die Souvenirhändler eingerichtet. Es gibt Bilder, Anhänger, Figuren, Schirme...überall, an JEDER! Geben wir uns als Deutsche zu erkennen, werden uns die Waren auch in unserer Muttersprache angeboten. „Guter Preis“, „Schauen kostenlos“, sagen wir, das wir später evtl. vorbeischauen – „Später schauen“, „alles sehr billig“ „Habe schon?“ etc. Zum Sonnenuntergang werden wir dann zur Shwesandaw Pagode gefahren. Hier trifft sich das Touristenvolk zum allabendlichen „Sunset View“. Stative werden aufgebaut. Es herrscht eine entspannte Atmosphäre und wir kommen und ein bisschen vor, als wären wir in der Heimat. Um uns herum wird deutsch gesprochen. Unser Volk ist gut an dem orangefarbenen Reiseführern zu erkennen, die es für Asien gibt. Obwohl Orange doch eigentlich die Farbe für die Holländer ist.

Die nächsten beiden Tage schwingen wir uns auf die Fahrräder um weitere Tempel zu entdecken. Alle sind für etwas sportliche Menschen mit dem Drahtesel zu erreichen. Teils sind die Wege zwar etwas sandig und wir schieben, aber die Entfernungen und die Individualität bei der Erkundung sind super. Wir strampeln von Nyaung U bis nach Neu Bagan und zurück und genießen den abendlichen Sonnenuntergang an den verschiedensten Stellen.

Irgendwann nerven uns allerdings die Souvenirhändler. Gut ein jeder möchte etwas vom reichen Touristen abhaben, aber das teilweise nebenher laufen und einen fast durch die komplette Anlage begleiten, strengt doch an. Zumal die Stände nicht vor den Pagoden aufgebaut sind, sondern mitten drin. Damit zerstört es ein bisschen das historische, das spirituelle an Bagan. Hinzu kommt noch, das viele Buddha Figuren mit LED Beleuchtung ausgestattet wurden und in wechselnden Farben erstrahlen. Ist irgendwo was an den Anlagen defekt gegangen, so ist man nicht darauf bedacht, es detailgenau wieder aufzubauen. Nein da wird aufs modernste Saniert, was natürlich der Mystik keinen Gefallen tut. Wir haben eben eine andere Vorstellung von Geschichte und den Umgang damit. Die Birmesen finden beleuchtete Buddha Figuren halt schick. Es ist halt so! Trotzdem ist es ein wunderschönes Fleckchen Erde dass wir stolz in unsere Sammlung der gesehenen Orte dieser Welt aufnehmen!

Am nächsten Morgen werden wir direkt von unserem Hotel mit dem grossen Bus abgeholt. Es beginnt das gleiche Schauspiel wie auf unserer ersten Bustour. Die Klimaanlage im Bus läuft auf vollen Touren. Lange Bekleidung ist ein muss! Während draußen um die 35 Grad herrschen, haben wir im Bus vielleicht 22 Grad. Es kommt uns wie Eiseskälte vor.

In Mandalay hatten wir ein Zimmer mit Bad vorgebucht. Zurzeit ist das Preis-Leistungs-Verhältniss der Hotels und Guesthäuser in Myanmar verglichen mit anderen südostasiatischen Ländern schlecht. Da werden für kleine Bruchbuden 20 oder 30 Dollar verlangt. Dafür zumeist mit kleinem Frühstück. Obwohl die Leute vom Hotel echt nett sind ist dass hier unser obermuffigstes Zimmer. Auch lüften bringt nichts. Unsere kleine Beschwerde wird mit einem Lächeln aufgenommen und mit einer grossen Dose Raumduft bekämpft. Zum Glück gibt es noch ein Zimmer auf dem Dach mit externer Toilette und Dusche. Es stellt sich heraus, dass es nicht nur die preiswerte Variante ist, sondern auch die schönere. Bessere Luft, sauber Toilette, zumindest für den Standard hier im Land und einen doch schönen Ausblick über die Stadt.

Mandalay – schon allein der Name dieser Metropole klingt sehr melodisch und irgendwie vielversprechend! Die Stadt gehört uns wir werden sie entdecken! Vorerst sind wir schon mal froh wenn wir die nächste Garküche finden um uns zu stärken. Sobald man das Hotel verlässt muss man den Taxi- und Rollerfahreren ein auf andere mal erklären dass man wirklich gerne mal ein Stück zu Fuss geht und nicht immer kutschiert werden will. Noch aufdringlicher sind die Fahrradrikschafahrer. Deren Job nach echter Knochenarbeit und ehrlich hart verdientem Geld aussieht. Die Besonderheit hier: man sitzt in einer Art Beifahrer wie beim Motorrad möglich direkt neben dem Fahrer und könnte sich so auf Augenhöhe mit ihm unterhalten. Ganz ehrlich wir bringen es nicht übers Herz uns fahren zu lassen. Lieber noch hätten wir denn zerzausten und einfach gekleideten Männern so etwas Geld zugesteckt. Aber auch das lassen wir besser sein!

Ein paar Querstrassen weiter erreichen wir tatsächlich die Mauern des alten Königspalastes. Er wird umgeben von einer 2 x 2 km langen Mauer mit Wassergraben und umfasst folglich ein Areal von 4 qm. Nur ein Tor ist für die Besucher geöffnet. Heute befindet sich eine Militäranlage auf dem Gelände. 10 000 Soldaten sind hier stationiert. Brav steuern wir auf das Osteingangstor zu. Wir zeigen unseren Ausweis vor. Es ist unheimlich die bewaffneten Soldaten hier zu sehen. Bislang haben wir nicht viel von der beherrschenden Gewalt des Landes mitbekommen. Aber dass hier ist irgendwie unheimlich. Auf der anderen Seite der Mauer bleibt es unspektakulär. Häuser und viel grün. Man darf nur einen vorgeschriebenen Weg benutzen der zielstrebig in die Mitte des Areals führt und wo sich eine wenig beeindruckende Rekonstruktion des Königspalastes findet. Schnell und mit eigenartigem Gefühl durchschreiten wir die Anlage und steigen noch kurz auf den 55 m hohen Wachturm um einen Blick über das ganze Gelände zu werfen.

Viel spannender ist unsere Ausflug zur Mahamuni Pagode. Der darin befindliche Buddha wird so scheint es mir ununterbrochen mit Blattgold durch die heranströmenden Pilger beklebt. Dabei ist nur den Männern der Zutritt zur Statue selbst gewährt. Diese Pagode ist eines der drei Hauptpilgerziele des Landes (neben dem Goldenen Felsen und der Swedagon Pagode). Die Konturen des Buddha, vorallem seine Beine sind durch die Verziehrung mit Gold überdimensional und unproportional geworden. Wie viel Gold mittlerweile daran funkelt lässt sich schwer schätzen und die Vermutungen liegen zwischen 3 bis 12 Tonnen! Um den Tempel herum findet sich allerlei Kunsthandwerk. Vorallem die aus Marmor gefertigten Buddhafiguren die auf den Straßen gefertigt werden fallen ins Auge. Zum Teil sind sie grösser als die Menschen selbst die sie erschaffen. Überall wird geflext und gemeisselt so dass die umliegenden Bäume schon ganz eingepudert sind vom Marmorstaub.

Als netter Abendausflug erweist sich die Wanderung zum Mandalay Hill. Er liegt im Norden der Stadt. Zahlreiche Stufen führen auf den ca. 230m hohen Berg. Es geht vorbei an zahllosen Souvenierständen und Teestuben. Oben angekommen belohnt ein weitläufiger Blick. Kurz vor Sonnenuntergang wimmelt es hier vor europäischen Touristen. Vorallem erstaunen uns die Massen an Deutschen die zumeist in Reisegruppen unterwegs sind. So gibt’s ein kleines Gedrängel um den besten Platz ganz vorn auf der Terasse um das Spektakel „sunset“ zu geniessen.

Um 17 Uhr starten wir mit dem Sammeltaxi zum Busbahnhof um den Nachtbus zum Inle Lake zu nehmen. Dort kommen wir nach einer kurvenreichen Fahrt und mit sehr wenig Schlaf dafür viel Übelkeit um 4 Uhr nachts an. Unser Gästehausbesitzer teilte uns bereits am Telefon mit dass wir draussen warten müssten. Kein Problem sagten wir damals am Telefon. Da es um diese Uhrzeit hier aber noch etwas frisch ist bereuen wir, übermüdet wie wir sind, diese Entscheidung sehr schnell. Tapfer warten wir zwei Stunden. Bis wir ungeduldig nun doch an die Tür klopfen. Vier Stunden danach liegen wir endlich im Bett.

Am Inle Lake verweilen wir die nächsten vier Tage und fahren mit dem Boot fast täglich raus auf den See. Dort beobachten wir die Fischer welche auf einem Bein stehend, das Paddel am anderen Bein untergehakt, auf die Jagd nach Fischen gehen. Für diese Art sich Fortzubewegen, sind die Fischer weltberühmt. Es gibt keinen anderen See, wo so gepaddelt wird. Das zieht die Touristen an und sorgt dafür, dass gleich bei der Einfahrt auf dem See, sich einige Birmesen als Fischer ausgeben. Für Fotos posieren und dafür dann eine kleine Geldspende erwarten. Weiter draussen auf dem See trifft man dann diejenigen die mit dem Fischfang ihr Geld verdienen. Hier ist es angebracht mit einem Lächeln zu fragen, ob ein Foto bei der Arbeit okay ist. Ein weiteres Highlight auf dem See sind die schwimmenden Beete. Hier hat man auf Seerosen, kleinere Gemüsegärten angelegt. Das Ganze ist so stabil, das wir beide mit unseren paar Kilos darauf stehen könnten.

Ansonsten sehen wir bei so einer Rundtour auch einiges vom landestypischen Handwerk. Wir schauen uns in einem sogenannten Showroom an wie Silberschmuck hergestellt, Tabak zu Zigaretten verarbeitet wird oder auch wie in feinster Handarbeit Blütenpapier und die beliebten Papierschirmchen gebastelt werden. Zwischendurch besuchen wir auch immer wieder mal ein Kloster oder einen Tempel. Unter anderem auch die Phaung Daw Pagode. Hier finden sich fünf kleine Buddha Figuren, welche sich heute als diese nicht mal mehr erahnen lassen. So stark wurden sie Blattgold „verziert“. Vier von diesen „Klumpen“ gehen einmal im Jahr auf Reisen über den See. Mit einem Boot werden Sie dann zu den Dörfern am See gebracht. Der kleinste der fünf Buddha Figuren, muss daheim bleiben, da dieser gleich zweimal – im Jahre 1957 und 1965, beim Kentern des Bootes verschwand. Jedes Mal tauchte er durch wundersame Weise und Buddhas Zuspruch in der Phaung Daw Pagode wieder auf.

Vom See geht es dann mit dem Bus über Yangon, nach Westen an den Strand. Unser Ziel heißt Ngwe Saung Beach. Ein 14 Kilometer langer Sandstrand, an welchem man wunderbar Joggen und frische Luft atmen kann. Der Sand ist rechts fest und es liegt so gut wie kein Müll herum, was das Barfußlaufen angenehm macht. Hier verbringen wir ebenfalls vier sehr erholsame Tage, die daraus bestehen morgens aufzustehen, am Strand zu Frühstücken, sich in den Liegestuhl zum lesen oder dösen zulegen, ins Meer einzutauchen, zu schlafen, am Strand spazieren zu gehen, Abends am Meer zu dinnieren und dann in der kleinen Bambushütte mit Blick aufs Meer und bei Meeresrauschen zu schlafen. Hier waren wir so richtig faul! Einfach mal nichts tun!

Zurück in Yangon sind es nur noch zwei Tage bis zum Rückflug. Wir nehmen uns ganz fest vor sehr früh Aufzustehen um das morgendliche Sportprogramm am Kandawgyi Lake zu beobachten. Da wird Yoga oder Tai Chi gemacht. Andere treffen sich in größeren Gruppen und recken und strecken sich zur chinesischen Musik. Vornehmlich sind es Chinesen, die hier etwas für ihre Fitness tun wollen. Dabei ist ganz egal, wie man sich bewegt, Hauptsache man bewegt sich. Ein lustiger Abschluss!