Spanien

Am 22.09.98 erreichte ich nach einem 15 Kilometer langen Aufstieg die spanische Grenze. Die Iberische Halbinsel empfing mich mit einer knallenden Sonne. ` Endlich dauerhaft schönes Wetter..., dachte ich mir. Doch kaum hatte ich am nächsten Morgen Tossa de Mar an der Costa Brava erreicht tröpfelte es auch schon wieder leicht los. Nicht doll, aber dafür lange. Gespannt fuhr ich nun weiter die Costa Brava entlang. Schwärmten doch so viele Deutsche von diesem Küstenabschnitt. Mir stockte hingegen der Atmen, als ich in die Touristenhochburg Lloret del Mar einfuhr. Massen an Touristen warteten am Strassenrand auf ihre Busse. Auf den ersten Blick hätte man denken können, dass hier heute eine Grossveranstaltung stattfindet. Völlig schockiert über soviele Menschen radelte ich schnell weiter. Meine Vorstellung von den schönen Stränden und der Ruhe der Costa Brava bekamen hier den ersten Riss.
Auch mein weiterer Weg entlang der Küste war alles andere als schön. Überall, wo man eine schöne Aussicht aufs Wasser hätte haben können, stand eine Hotelanlage. In den Orten drängte sich ein Hotel ans andere. Vorbei war bei mir der Traum vom schönen Spanien!
Enttäuscht kam ich nach Barcelona. Kaum war ich in die Stadt eingefahren, überraschte mich ein starker Regen. Kübelweise ergoss sich das Wasser auf die Stadt. Binnen weniger Minuten standen alle Strassen unter Wasser. Ans Weiterfahren war erstmal nicht zu denken und so stellte ich mich mit meinem Vehikel in einen Hauseingang. Eine ganze Stunde verging bis ich weiterradeln oder besser schieben konnte. Die Strassen standen bestimmt mindestens 10 Zentimeter unter Wasser.
Als das Wetter sich etwas beruhigt hatte, machte ich mich auf den Weg nach Manresa. Oberhalb dieses Ortes liegt das berühmte Kloster Montserrat. Wer als Radfahrer dort hinauf will, muss sich auf einen 12 Kilometer langen Anstieg gefasst machen.
Allein der Aussicht wegen, lohnt es sich diese `Qualen` auf sich zunehmen. Das Kloster an sich ist mit eine der Attraktionen aller Costa Brava Besucher!
Wer diese Strecke auf sich genommen hat, der darf sich nun auf eine schöne, lange Abfahrt freuen!
Diese führt durch eine wunderschöne Landschaft. Leider hat man, unten angekommen das Problem, dass man sich auf einer Art Autobahn befindet. So durfte ich 5 Kilometer bis Igualada fahren und mit ansehen, wie Lkws und Autos mit über 100 km/h an mir vorbei sausten.
Zentralspanien`

Dazu kam noch mein alter Freund der Gegenwind! Sauer über diese Strassenführung fuhr ich in Igualada ab. Vor mir sah ich schon kleine Hügel ,die es bald galt zu überwinden. Viele Autofahrer, die mir nun entgegen kamen, grössten und belächelten mich. So nach dem Motto: Der Arme........ Kaum hatte ich den höchsten Punkt erreicht, bekam ich auch gleich einen Vorgeschmack auf das dort Hinterliegende. So weit mein Auge reichte, sah ich nichts weiter als rot und gelb leuchtende Felder. Eine Farbenpracht strahlte dort zu mir rauf.Wie in einem Westernfilm stand ich hoch auf meinem Ross und blickte übers Tal. Unten angelangt kam ich schnell zu der Erkenntnis, dass es ab nun für mich hiess, den Gegenwind zu durchbrechen. Kein einziger Baum und Strauch hielten den Wind auf. Ich kam mir vor wie in der Steppe!