Portugal

Die Grenze Zwischen Badajoz / Spanien und Elvas / Portugal entpuppte sich ein mal mehr als sehr Autofahrer freundlich, da eine Autobahn die beiden Länder verbindet. Mit etwas suchen fand ich aber doch eine Nebenstrasse, welche direkt neben der Autobahn lang führte. Fischer Nach einer Stadtbesichtigung, in Elvas, fuhr ich nun in der Norden von Portugal. Für Radfahrer bedeutet dies , dass die Strassen zum Grossteil nur bergauf und bergab führen. Man findet kaum gerade Strassen auf denen man mal in Tritt kommen könntet. Zumal es auch alles sehr steile Strassen sind. Die Häuser in den Dörfer erstrahlten in einem herlichen Weisston. Geziehrt von einem leuchtend rotem Dach.Die Landschaft kennzeichnete sich durch viele Wäder aus. Vorallem Eukalyptus Bäume schmückten die Wälder. Mit dieser Baumart gibt es hier aber sehr grosse Probleme, da sie andere Pflanzen am Wachstum hindert.

Dieses Land faszinierte mich. Es strahlte eine Art Ruhe und Gelassenheit auf mich aus. Autofahrer, die mich an hupten und grössten. Daumen nach oben, war für mich schnell ein gewohntes Zeichen. Die Menschen insgesamt waren hier sehr freundlich zu mir! Ab der Studentenstadt Coimbar ging es für mich an den Atlantik. Das erstemal in meinem Leben erblickte ich den Atlantik in Pedrogao, aus nächster Nähe. Der angenehme salzige und frische Wind umhüllte mich. Ein donnernder brechenden Wellen drang in meine Ohren. Was für ein Erlebnis! Der Atlantik hat mich in seinen Bann gezogen!

MühleIch fuhr die ganze Atlantikküste bis Lissabon ab. Dabei erreichte ich auch das Cabo de Roca. Dies ist der westlichste Festlandspunkt Europas und dazu noch eine der atemberaubendsten Steilküsten die ich in Portugal sah! In Lissabon stiess noch Volker zu mir. Volker kannte ich von meinem Zivildienst her.

Mit Ihm gemeinsam radelte ich zur Algarve.

Der Süden von Portugal ist war nicht mehr ganz so steil wie der Norden des Landes. Das der Süden aber zum Tourismuscentrum gehört, bekamen wir an den Preisen zu spüren. Wo wir im Norden noch 50 Cent für ein Brot zahlten, waren es im Süden schon 1,50 teilweise 3,- Euros. Nach drei Tagen Fahrt gelangten wir an die Algarve und waren zu gleich total enttäuscht. War doch alles mit Hotels und sonstigen Anlagen zu gebaut. Der Campingplatz in Ferragudo stellte sich als überteuert heraus. Der Grossteil der noch freien Flächen an der Algarve war mit Häuser bestückt worden. Zu den Stränden führten steile Strassen bergab. Die Strassen waren entweder in einem schlechten Zustand oder es waren Schnellstrassen auf denen man um sein Leben fürchten musste. Dies alles führte bei uns zu der Erkenntnis, dass die Algarve zwar an der Küste sehr schön ist, aber für Radfahrer eher nicht empfehlenswert scheint

Wir beschlossen lieber schnell nach Lissabon zurückzufahren, um uns dort die Stadt noch etwas an zu sehen! Lissabon hat laut Reiseführer die höchste Unfallqoute nach der Formel 1! Obwohl mir der Verkehr als Radfahrer nicht ganz so schlimm erschien wie z.B. in Istanbul.

Lissabon erkundeten wir mit Rad und Helm bewaffnet. Die Stadt besitzt eine sehr schöne Altstadt mit vielen Café, Restaurant und Geschäften. Sehr zu empfehlen ist der Aussichtspunkt Alameda Carbeal Cerejeira, oberhalb der Stadt. Von dort hat man einen perfekten Ausblick auf den Praca Marques und den Hafen. Wir besuchen Belem, vor Lissabon, wo sich eine alte Burg befindet welche früher vor Piraten warnte. Auch das EXPO 98 Gelände zählt zu unserer Tour. Es ist zwar nicht mehr alles geöffnet, aber das Ozenarium kann man noch für 10,- Euro Eintritt besichtigen. Es lohnt sich.

Nach 3 Tagen in Lissabon, 60 Tagen auf Tour und 5512 Kilometer mit dem Rad, fliege ich mit geknicktem Herzen am 6.11.1998 nach Berlin zurück. Für mich war dies ein ganz besonderes Erlebnis. Wer mehr über diese und andere Touren erfahren möchte, kann sich bei mir melden.

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