Frankreich

Bei Neuenburg / Mullhouse überquere ich die Grenze nach Frankreich. Genau hinter der Grenze fand ich auch gleich einen Radweg, der mich direkt nach Mullhouse bringen soll. Doch leider verwies mich die Beschilderung nach einigen Kilometern wieder auf die Landstrasse. Vorbei ist meine Ruhe. Lkws donnerten an mir vorbei! Auch der `geliebte` Regen hatte wieder eingesetzt. Dazu gesellte sich ein leichter Gegenwind, der mich ab nun mit dem Regen den restlichen Tag über begleiten sollte. Am nächsten Morgen war das Wasser bis in mein Zelt vorgedrungen. Voller Begeisterung sang ich das Lied Seemann hol bald über, .......! Zu meinem Gück blieb der Morgen aber trocken. Ja sogar die Sonne kam wieder raus, aber sie schaffte es nicht ganz mich zu wärmen. So war ich zum ersten Mal gezwungen meine lange Hose anzuziehen. Ein Blick auf mein Thermometer verriet mir den Grund. Ganze 6 Grad waren es . In den Weingebieten des Burgunds fanden sich noch vereinzelt Weintrauben an den Hängen. Dank des wieder einsetzenden Regens blieb die Landschaft für mich versteckt. Der Regen rüttelte langsam an meinen Nerven. Ich wollte nur noch schnell in den Süden.! Mein Tagespensum stieg auf durchschnittlich 115 Kilometer an. Schnell durchfuhr ich die Städte Leon- le- Saunier , Bourg-en-Bresse und Roussillon. Das Wetter wurde Kilometer für Kilometer immer besser. Es wurde wärmer und so dauerte es nicht lange bis ich, seid langer Zeit, mal wieder in kurzer Montur fahren konnte. Ich traf auf die Rhone.
Ab nun führte die Strasse flach im Tal entlang direkt bis Lyon. Durch die guten Strassenverhältnisse kam ich gut voran. Nur die Einfahrt nach Lyon gestaltete sich etwas schwerer. Grund dafür war, dass fast nur Autobahnen nach Lyon hinein führten. Mit etwas Suchen findet man aber die Hauptstrasse in die Stadt.

Leider besitzt Lyon an dieser Strasse kein Ortsschild und so ist man ganz unverhofft auf einmal in der Stadt. Doch die weitere Beschilderung in der Stadt selber liess; doch sehr zu wünschen übrig. Die Lust auf eine Stadtbesichtigung war bei mir am Boden und so machte ich mich gleich auf den Weg nach ausserhalb der Stadt. Aber auch hier wurde ich immer nett von allen auf die Autobahn verwiesen. Immer rechts fahren, dann geht das schon, gab mir ein Tankwart zu verstehen. Da ich aber an meinem Leben hänge, suchte ich glatte 2 Stunden, nach einer Nebenstrasse,um aus der Stadt zu entkommen.

Mit aller grösster Freude fand ich dann das Ortsschild `Givore` . Dies sollte mein nächstes Ziel sein. Völlig entnervt und enttäuscht über die Unfreundlichkeit gegenüber Radfahrern beschloss ich, nicht mehr durch eine Grossstadt zu fahren. Es ist einfach zu stressig. Ehe man in die Stadt und wieder heraus kommt vergeht bestimmt ein halber Tag?! So lies ich alle Grossstädt Grossstädt sein und konzentrierte mich nun voll auf die landschaftlichen Höhepunkte dieser Umgebung. Besonders möchte ich das `Pont-desse Arc` empfehlen. Dies ist ein natürlicher Torbogen aus Sandstein, durch den der Fluss namens `Ardeche´` fliesst. Die Strasse führte weit oberhalb des Flusses entlang und so hat man immer eine gute Aussicht auf den Flussverlauf. Wer hier Lust hat, kann auch mit dem Kanu den Fluss befahren. Diese Landschaft war atemberaubend. Nicht nur durch die vielen Aufstiege, die ich per Rad bewältigen musste, nein auch die Landschaft versetzte mich doch etwas mehr in Richtung Amerika. Hatte doch die Landschaft Ähnlichkeit mit dem Garnd Canyon.

Ein Muss für Naturfreaks!

Noch mit den Gedanken beim Pont- dsse Arc erreichte ich die kleine Stadt Orange an der Rhone. Hier besuchte ich das antike Freilicht - Theater. Auch heute noch werden dort Veranstaltungen durchgeführt. Nun war es auch nicht mehr weit bis zum Mittelmeer!Um so nachher ich kam, um so frischer erschien mir die Luft und um so angenehmer wurden die Themperaturen. Auch hatte ich morgens herrliche Sonnenaufgänge, von denen ich mehrere Fotoserien machte. Die Landschaft wurde richtig typisch südländisch. Pinienwälder bedeckten die Berge, trockene Böden und dieser unbeschreibliche Waldgeruch. Am Mittelmeer angelang, traf ich auf unzählige Touristen, welche mit mir die warmen Themperaturen genossen. Ein Stück hielt ich mich an der Küste entlang, bis ich dann wieder etwas ins Landesinnere abbog um wieder für mich allein zu sein. Mit jedem Kilometer den ich mich von Berlin verabschiedet hatte, fand ich immer mehr Gefallen am alleine Reisen. Ich konnte tun und lassen was ich wollte, so lange und soviel fahren wie ich wollte und vorallem hatte ich einen schnelleren Kontakt zur Bevölkerung.

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