Österreich/Ungarn

Strassen in Ungarn
Strassen in Ungarn

Am 22.07.98 erreichten wir den Österreichischen Grenzort Grametten. Der tschechische Grenzer war völlig begeistert von unserer Tour und deren Ziel. Erklärte uns aber gleich für verrückt, da er selbst mit dem Fahrrad nicht einmal 30 km schaffen würde, wie er uns erklärte. Der Österreichische Grenzer fragte uns bloss: `Habsta Alkohol oder Zigaretten dabei?, wir verneinten, da kam die Antwort von Ihm:` Weiterfahren....

Nun hiess es für uns bis zum 24.7.98 in Wien zu sein, da wir dort den Dritten unseres Teams - nämlich Norman - empfangen sollten. Wir schafften es, dass wir einen Tag vorher in Wien eintrafen und somit die Möglichkeit hatten, uns diese Stadt genauer anzusehen. Daher machten wir mit unseren Rädern eine Stadtrundfahrt durch Wien. Hundertwasserhaus und die Hundertwasser - Müllverbrennungsanlage, die in Restauration befindliche Rossau - Kaserne, das Regierungsgebäude, den Stephans - Dom, das Wienerschloss. Der krönende Abschluss war aber ein Besuch eines Wiener - Café, wo wir uns Apfelstrudel und Kastanieneis bestellten. Am 24.07.98, also als Norman zu uns stiess, regnete es sehr stark in Wien, und wir waren das erste Mal gezwungen von unserer Regenbekleidung Gebrauch zu machen. Zum Glück sollte dies unser einziger Regentag auf dieser Tour sein!

Von Wien aus war es auch nicht mehr weit bis zur ungarischen Grenze. Die Strecke dorthin führte vorbei an Ackerfeldern, die zum Grossteil mit Mais bepflanzt waren. Diese Nutzpflanze verfolgte uns nun schon seit Deutschland und sollte dies auch nun bis in die Türkei weiter tun.

Der österreichisch und ungarische Grenzübergang befand sich gerade im Umbau.

Der 9. Tag unserer Reise und jetzt auch seid Wien mit vollständigem Team, fuhren wir in Budapest ein. Vorbei am Parlament und am Burgpalast besuchten wir die Fischerbastei, von wo aus man einen wundervollen Ausblick über die Stadt hat. Die ganze Anlage erinnert irgendwie an ein Märchen. Nach einer etwas grösseren Pause fuhren wir in Richtung Gyal weiter, wo wir dann auch einen Schlafplatz an einer zum Glück nicht benutzten Motor Cross Strecke fanden. Wir genossen noch einen der herrlichsten Sonnenuntergänge bis jetzt auf dieser Tour, der auch gleich fotografisch festgehalten werden musst.

Am nächsten Tag steuerten wir in Opustazer den National - Gedenk - Park von Ungarn an. Hier wurde im Jahre 896 die erste Nationalversammlung Ungarns abgehalten. Im Park bekommt der Besucher einen Einblick von der Geschichte und der Natur Ungarns. Wenn man gerade in der Nähe dieses Parks ist, kann man ihn sich sicher ansehen. Extra hinfahren würde ich persönlich nicht. Interessanter ist da schon die Kulturhauptstadt von Ungarn, Szeged. Sie liegt in der Nähe zur rumänischen Grenze und hat 220.000 Einwohner. Bei der Einfahrt nach Szeged wird man von Plattenbauten, wie ehemals in der DDR, begrüsst. Die Stadt versteckt auf den ersten Blick ihre Schönheit. Um so mehr man ins Zentrum kommt, um so schöner wird sie. Eine sehr gepflegte Altstadt zeichnet das Zentrum von Szeged aus.

Alle Städte, die wir bis jetzt besucht hatten, hätten sicher längere Aufenthalte verdient gehabt, aber leider war uns dies nicht möglich gewesen. So mussten wir leider auch Szeged verlassen.

Ab hier hiess es: `Auf nach Rumänien.... Am Strassenrand fanden sich jetzt auch endlich Bäume, die uns Schatten spendeten und den Gegenwind abbremsten. An einer Waldeinfahrt schlug ich dann vor, hier doch mal rein zufahren, um nach einem möglichen Schlafplatz zu suchen. An einem Schlammloch musste ich anhalten und wurde prompt von Mücken begrüsst. Da diese Begrüssungszeremonie aber sehr lange andauerte und kein Ende in Sicht war, machten wir ganz schnell kehrt Marsch.

Die Mücken schienen von uns aber so begeistert zu sein, dass wir sie an jeder weiteren Stelle immer wieder trafen. Nach einigem Suchen fanden wir dann aber doch noch eine Schlafstelle, die uns als geeignet erschien. Leider hatte sich auch hier sehr schnell unter dem Mückenvolk herum gesprochen, dass gerade Berliner im Lande sind und so kamen sie wieder einmal sehr zahlreich. Denn welche Mücke möchte es schon versäumen, mit Berlinern Bekanntschaft zu machen? Dieser Zustand führte zu lustigen Bildern beim Kochen, da wir alle in Bewegung waren, um den Mücken aus den Weg zu gehen, aber trotzdem unsere Gemüsebratlinge auf der Pfanne wenden mussten. ` Sofort wenn ich in Berlin bin kaufe ich mir ein Moskitonetz....., meinte ich irgendwann etwas sauer zu den anderen beiden. Gegessen haben wir dann im Zelt!

Der nächste Tag fing so an, wie der Letzte geendet hatte. Mit zuckenden und schlagenden Bewegungen auf den Körper. Mückenleichen pflasterten unseren Weg, da unsere Anti- Mücken - Salben einfach nicht halfen. So fiel auch das Frühstück eher bescheiden aus.

Kurz vor der rumänischen Grenze standen auf rechter aber noch ungarischer Seite, im Abstand von 10 m, Mülltonnen. Anscheinend will Ungarn hier noch einmal einen guten Eindruck hinterlassen oder Rumänien mit Müll entlasten.

Nach oben