Gemeinde Laubach

Geografische Lage: Die Gemeinde Laubach erstreckt sich am Rande des Naturparks Hoher Vogelsberg. Der Ortskern von Laubach liegt 700 m westlich des 9. Längengrads Ost. Die Entfernung zum Äquator beträgt 5602,25 km.
Laubach ist mit 9.700 Hektar die flächengrößte Gemeinde des Landkreises Gießen.
Landkreis: Gießen
Bundesland: Hessen
Regierungsbezirk: Gießen
Region: Vogelsberg
Telefonvorwahl: 06405
Postleitzahl: 35321
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Lichtfest
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La Villa Cotta
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Nachbargemeinden

Laubach grenzt im Norden an die Stadt Grünberg und die Gemeinde Mücke (Vogelsbergkreis), im Osten an die Städte Ulrichstein und Schotten(beide Vogelsbergkreis), im Süden an die Gemeinde Nidda (Wetteraukreis), im Südwesten an die Stadt Hungen, sowie im Westen an die Stadt Lich und die Gemeinde Reiskirchen.

Gemeindegliederung

  • Altenhain
  • Freienseen
  • Gonterskirchen
  • Lauter
  • Münster
  • Röthges
  • Ruppertsburg (mit Friedrichshütte)
  • Wetterfeld

Geschichte

Prunkstück der Kleinstadt ist das Schloss der Grafen zu Solms-Laubach mit der Schlossbibliothek, einer der größten europäischen Privatbibliotheken mit über 120.000 Titeln. Laubach ist eine Fremdenverkehrsstadt, mit Metall- und Holzindustrie. Östlich von Laubach erstreckt sich in Richtung Vogelsberg ein weitläufiges Waldgebiet (der Laubacher Wald).


In der historischen Fachwerk-Altstadt kann man sich gut vorstellen, wie es hier im Mittelalter ausgesehen haben mag. Die über 1200 Jahre alte Stadt ist geprägt von basaltgepflasterten Strassen mit idyllischen Ecken und plätschernden Brunnen. In den engen Gassen stehen bis zu 500 Jahre alte Fachwerkhäuser, die alle überragt werden vom Prunkstück der Altstadt, dem 600 Jahre alten Schloss der Grafen zu Solms-Laubach, das dieses Adelsgeschlecht im 16. Jahrhundert bezog und bis heute bewohnt. An das historische Bauwerk grenzt der große Schloss- und Kurpark mit herrlichem altem Baubestand, Schwanenteich und einer Kneippanlage mit Veranstaltungsbühne für sommerliche Konzerte und Theateraufführungen.


Die Bibliothek im Laubacher Schloss ist mit rund 120.000 Titeln eine der größten europäischen Bibliotheken in Privatbesitz und birgt unvorstellbare Schätze. Die ersten Ankäufe gehen zurück auf die Mitte des 16. Jahrhunderts, auf die Zeit von Friedrich Magnus zu Solms-Laubach (1521-1561). Durch den frühen Tod seines Vaters Otto (1496-1522), der die Abspaltung einer eigenständigen Adelslinie von Solms-Lich bereits eingeleitet hatte, kam es allerdings erst 1548 zur endgültigen Teilung der Linien in Solms-Lich und Solms-Laubach – es entstand die eigenständige Reichsgrafschaft Solms-Laubach. Als erster Solmser nahm Friedrich Magnus seinen festen Wohnsitz in der Stadt. Für Laubach, nun mehr selbständig, der Beginn zahlreicher, bis heute bedeutender Entwicklungen.
So datieren erste Ankäufe für die Bibliothek aus dieser Zeit. Sie diente als Wissensgrundlage der 1555 ins Leben gerufenen Lateinschule, ebenso wie sie – gewissermassen als "Staatsbibliothek" – für Wissenschaft und (Kunst-)Handwerk in der kleinen Residenz Bedeutung hatte.
Der Gründer der Bibliothek, Graf Friedrich Magnus, war selbst oberster Hofmarschall des Kurfürsten August von Sachsen und erwarb sich in dieser Funktion große Verdienste um die Universität Wittenberg. Hier lernte er seinen späteren Freund, den bekannten Reformator Philipp Melanchthon, kennen – eine für Laubach bedeutende Bekanntschaft, führte Friedrich Magnus die Refomation doch bereits 1544 auch in seiner Stadt ein.
Dem Geiste religiöser Aufklärung und strenger Gläubigkeit blieben seine Nachfahren treu. So ist es auch zu erklären, dass die Bibliothek in allen Jahrhunderten nicht nur mit großem Aufwand erhalten, sondern stets ausgebaut und erweitert wurde.
Dank Erbschaften, Stiftungen und Zukäufen vergrößerte sich der bibliophile Schatz im Laubacher Schloss von Generation zu Generation. So fiel um 1800 etwa mit dem gesamten Kloster Arnsburg auch dessen kostbare Bibliothek an Laubach. Der Aufgeschlossenheit auch des heutigen Hausherren ist es zu verdanken, daß die gräfliche Schlossbibliothek der Öffentlichkeit zugänglich ist.


Der eigentliche Schlossgarten war ursprünglich sehr viel kleiner als der heutige Schlosspark. Er umfasst ungefähr den Bereich des heutigen privaten sogenannten "Obergartens". 1733 finden wir die Bezeichnung "Herrschaftlicher Lustgarten", 1805 "Hofgarten zu Laubach". Im Frühjahr 1719 wurden vier Bronzeringe im Obergarten gefunden die aus der älteren Latene-Zeit stammen (ca. 450 vor Chr.) Natürlich hatte der Fund noch nichts mit der späteren Siedlung Laubach zu tun, noch weniger mit der später dort errichteten Burg bzw. dem späteren Schloss der Grafen zu Solms-Laubach. Er beweist lediglich, dass unsere Gegend schon früh besiedelt war, was auch andere Funde zeigen.
Im Jahre 786 ist die erste Erwähnung Laubachs als Siedlung belegt ("Die drei Hof und die 300 Morgen Land"). Ein kleines Bronzekruzifix aus dem 12. Jahrhundert wurde 1717 im Schlossgartenbereich gefunden. Im Nordzwinger, dem "hinteren Schlosshof', wo sich heute das Rosenrondell befindet, sind noch zwei Brauereikeller in Spuren vorhanden, über denen sich das herrschaftliche Brauhaus von 1721 bis 1873 erhob. Schon 1422 wurde den Laubacher Bürgern erlaubt "Bier zu brauen". Eine Brauordnung stammt aus dem Jahre 1548 (außer dieser im Nordzwinger gab es noch andere Brauereien in Laubach).
Die doppelte Treppe am Rand des nördlichen Innenhofes mit dem Denkmal des Grafen Friedrich Ludwig Christian zu Solms-Laubach (1769 - 1822) wurde im 19. Jahrhundert errichtet. Sie leitet über von der Innenhofterasse zu dem nördlichen Zwinger, von dem die große Schlossparkchaussee (etwa 1850 gebaut) ihren Ausgang nimmt. An ihr entlang befinden sich 17 runde Steine, die aus dem 20 Kilometer entfernten Kloster Arnsburg stammen, das zu Beginn des 19. Jahrhunderts nach der Auflösung des Klosters zu Laubach gekommen war. Vier weitere dieser Steine befinden sich zu Füßen des oben genannten Denkmals.
Der Schlossgarten wurde im 19. Jahrhundert stark verändert. Um 1870 wurde die "gräfliche Ökonomie" aufgelöst. Dazu gehörten auch die Ländereien unterhalb (nördlich) des seitherigen Schloss- oder Hofgartens, der dadurch entscheidend vergrößert wurde. So entstand das Gelände des heutigen Schlossparks. Der weitere, mehr außenliegende Landbesitz wurde verpachtet oder verkauft. Ein glücklicher Umstand kam dem Schlossgarten im Stil eines "englischen Landschaftsgartens" zustatten und schuf die heute noch bewunderte pflanzliche Artenvielfalt: Graf Hermann Maximilian zu Solms-Laubach, geb. 1842, war Botanik-Professor an der Universität Göttingen und maßgeblich beteiligt an der Erweiterung und Gestaltung des Schlossgartens.
Auch der seitherige "Obergarten", ursprünglich ein Hofgarten im "französischen Stil", wurde aufgelockert und umgestaltet. Ursprünglich gab es im Schlossparkgelände sieben Teiche, die der Verteidigung in diesem mauerlosen Bereich dienten. Der Schwanen- und der Inselteich sind heute noch davon übrig. Die frühere Untermühle im westlichen Bereich des Parks (Eingang von der Giessener Strasse), einst betrieben vom Bach "Laubach", der aus dem Tiergärtner- Teich zufließt, wurde 1587 von Graf Johann Georg erbaut.
Das an der Hausseite Richtung Stadt erkennbare sogenannte "Allianz-Wappen" zeigt die Wappen der Adelshäuser Solms und Schönburg. Wir finden es in identischer Form auch am Grimansbrunnen in der Altstadt. Es wurde Ende des 16. Jahrhunderts hier und am Brunnen zu Ehren der Hochzeit eines Solmser Grafen mit einer geborenen "zu Schönburg" erstellt.
1832 wurde die Mühle stillgelegt und diente seither mannigfaltigen anderen Zwecken, darunter Anfang des 20. Jahrhunderts als Casino der "höheren Gesellschaft", später als Jugendherberge und heute als Wohnhaus gräflicher Familienangehöriger. In der Nähe des Schlossgarten-Ausgangs zur "Gombach" hin finden sich zwei Brunnenbaulichkeiten (Kammer und Schacht) von 1585, die der Wasserversorgung des Grimansbrunnens dienten, der sich unterhalb der Stadtkirche befindet. Die Quellen und Rinnsale aus der "Gombach" speisten diese Anlage, die heute den Teichen und somit im späteren Verlauf der Wetter zufließen.
 

Entdecken Sie vergangene Zeiten einmal anders im Schlossmuseum in Laubach. Karl-Georg Graf zu Solms-Laubach eröffnete 2003 das Schlossmuseum mit großem kulturellen Engagement mit einer neuen Dauerausstellung, die eine gelungene Synthese von Vergangenheit und Gegenwart darstellt.
Geschichten und Schätze aus 500 Jahre Leben im Laubacher Schloss warten in den wundervollen gotischen Räumen auf Sie, um Ihnen das damalige Lebensgefühl und die Traditionen näher zu bringen und erlebbar zu machen.
Heimatmuseum Fridericianum
Das große Fachwerkhaus neben dem Rathaus, ein früheres Jagdschloss der Grafen zu Solms, beherbergt das Heimatmuseum. Die Sammlungen bieten einen ausgezeichneten Einblick in die mannigfaltigen Erzeugnisse traditionellen Handwerks und jahrhundertealter Industrie. In verschiedenen Räumen finden sich thematisch geordnet Zeugnisse früherer Lebensweisen und Dokumente zur Geschichte der über 1.200 Jahre alten Stadt Laubach und der umliegenden Dörfer. Geführt wird das Heimatmuseum vom Heimatkundlichen Arbeitskreis Laubach.
StadtkircheDie Musik der Barockorgel der evangelischen Stadtkirche zu Laubach "nährt" die Seele der Menschen. Mit ihrem Klangreichtum und ihrem historischen Prospekt erfreut die "Königin der Instrumente" Musikliebhaber von nah und fern. Jetzt be-darf die über 250 Jahre alte Orgel dringend einer soliden Renovierung. Namhafte Sachverständige und Musiker beklagen die Mängel des Instruments. Sie sehen den Fortbestand des traditionellen Orgelfestivals und des Orgelwettbewerbs gefährdet.
Unter dem Motto "Speisung der 5000" sammelt die Evangelische Kirchengemeinde Laubach in den kommenden Jahren Spenden für die Renovierung der Orgel. Sie bietet Patenschaften für Orgelpfeifen an und lädt alle Orgelmusik-Begeisterten ein, dem Freundeskreis beizutreten. Als Schirmherr unterstützt Dr. Norbert Blüm das Projekt.


“Hört Ihr Leut‘ und lasst Euch sagen....”. Die kräftige Stimme des Laubacher Nachtwächters Henrich schallt durch die Fachwerkgassen der Altstadt. Mit Filzhut, Horn und Lampe ausgestattet, geht die historische Figur des Laubacher Nachtwächters - ein stattlicher Mann namens Henrich - auf seinen abendlichen Rundgang durch Alt-Laubach. Dabei taucht er in verschiedene Epochen der Historie ein und begegnet an diversen Stationen insgesamt zehn bekannten und weniger bekannten Figuren aus der Geschichte der Stadt. Gespielt werden sie - ebenso wie Nachtwächter Henrich - von Laubachs ehrenamtlichen Stadt- und Museumsführern.


Abends, wenn es dunkel wird, wachen sie auf. Aus ihren Quartieren ist dann meist ein zartes Wispern und Kratzen zu hören. Wenn die Sonne dann untergegangen ist, fliegen die Kobolde der Nacht auf Insektenjagd. Ihr ahnt es sicher schon: Es geht um Fledermäuse. Die geheimnisvollen Tiere, die ein bißchen wie Vampire aussehen, jagen meist in Parkanlagen, in Gärten oder entlang von Baumalleen, eben überall dort, wo Insekten sind. Anfang Mai bis Ende September gehen wir mit Euch in der Dämmerung Fledermäuse beobachten. Mit einem Bat-Detector, der die für Menschen nicht hörbaren Rufe der Fledermäuse verstärkt, können wir auch im Dunkeln die fliegenden Kobolde erkennen. Ihr werdet staunen, welche wilden Jagden nachts im Himmel über Laubach abgehen.


Erbschlüssel, Beifuß und Gesan
Begleitet die Kräuterweiber Anna und Katharina auf ihrem Gang durch das alte Laubach und begegnet dabei allerlei Aberglauben' - so fordern ‚Anna und Katharina' - aus der Reihe der Laubacher Stadtführer - die Gäste auf, ihnen durch die Gassen der Altstadt zu folgen.
Hören wird man vom gestrengen Landrichter Otto, der Weberzunft oder auch dem garstigen Wilhelm aus dem Grünen Meer.
Anna und Katharina geben Kräutergeheimnisse preis und auch ungewöhnliche Rezepturen gegen mancherlei Leiden.

 

Führungen und Spaziergänge

    • Begleiten Sie historisch gewandte Stadtführer und erleben Sie Laubachs über 1200-jährige Geschichte.
    • Treffen Sie auf historsiche Personen, die Ihnen frühere Zeiten nahe bringen.
    • Wer waren die Baumkircher? Was verbindet Buderus mit Laubach?
      • Eine kurzweilige Stadtführung auf besondere Art
  • Eine in das Jahr 1806
    • Mit Hofrat Crespel durch Laubach
      • der Erlebnisrundgang mit Geschichte und Geschichten
  • Lassen Sie sich genau 200 Jahre zurückversetzen und spazieren mit der Figur des Hofrats Johann Bernhard Crespel (1747-1813) durch Alt-Laubach. Dieser Jugendfreund Goethes lebte zwei Jahrzehnte bis zu seinem Tod 1813 in Laubach und hat während des Rundgangs Kurioses zu seiner Person, aber auch Interessantes über seine Zeitgenossen und die Geschehnisse in Laubach zu seinen Lebzeiten zu berichten.

Festivals/Veranstaltungen

Die Stadt Laubach versteht sich als Kulturstadt und kann auf eine lange Tradition kultureller und anderer Veranstaltungen verweisen.

Termine für 2009

  • Laubacher Gewerbeausstellung: 14./15. März
  • Lichterfest: 1. August 2009
  • Garten- und Landhaustage "La Villa Cotta": 19./19. April
  • 469. Laubacher Ausschaussfest: 14.-16. Juni
  • Literaturreihe "Laubach lässt lesen": 29. Mai - 1. Juni
  • 17. Internationales Orgel- und Drehorgelfestival Open-Air-Kinonächte: 17.- 19. Juli
  • 16. Hessisches Bluesfestival "Blues, Schmus & Apfelmus"; Mittelalterlches Spektakulum: 11.-13. September
  • 22. Laubacher Sommerfest: 20. September
  • Sylvesterwürfeln: 31. Dezember.

Luftkurort Laubach
Friedrichstraße 11
35321 Laubach
Tel. 0 (49) 6405 - 921 - 321
Fax 0 (49) 6405 - 921 - 352
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