Rathaus
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Blankenburg - Blütenstadt am Harz

  • Einwohnerzahl: 15.896
  • Höhe: 288 ü. NN
  • Geographische Lage: 51°47 N und 10°57 O
  • Postleitzahl: 38889
  • Vorwahl: 03944
  • Landkreis: Harz

 

 

 

 

Regenstein
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Schloss Blankenburg
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Torhaus
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Schloss Park
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Geschichte

Erstmals wurde die Burg auf dem blanken Stein, einem Kalksteinmassiv, 1123 urkundlich erwähnt. Sie wurde zum Namensgeber für die sich am Fuße des Berges entwickelnden Stadt. Im Jahre 1305 wird von der 1550 Meter langen Stadtmauer berichtet. Die ältesten Gebäude der Stadt sind das Rathaus und die Bartholomäuskirche, beide wurden im 13. Jahrhundert erbaut. Die Bewohner der Stadt lebten vorwiegend von der Landwirtschaft und dem Handwerk. Feudale Fehden, die Ereignisse des Bauernkrieges und die Wirren des dreißigjährigen Krieges führten zur Zerrüttung der Wirtschaft und der Verarmung der Bevölkerung.

Mit dem Aussterben des Blankenburg Regensteiner Grafengeschlechts 1599 fiel das Gebiet an das Herzogtum Braunschweig-Lüneburg und 1651 an die Wolfenbüttler Linie. Herzog Anton Ulrich fand seinen jüngeren Sohn, Prinz Ludwig Rudolph, mit der Grafschaft Blankenburg ab. Die Entscheidung führte zu tiefgreifenden Veränderungen und zu einem geistigen und wirtschaftlichen Aufschwung.

Das heutige Schloss entstand und wurde neu eingerichtet, der Schlosspark und der barocke Terrassengarten gestaltet und das "Kleine Schloss" als Gartenschloss entstand. Die geschickte Heiratspolitik Herzog Ludwig Rudolphs sollte sich in der Erhebung der Grafschaft zum reichunmittelbaren Fürstentum politisch auszahlen. 1708 wurde die älteste Tochter Elisabeth Christine mit dem österreichischen Erzherzog Karl, dem späteren Kaiser Karl VI., verheiratet. 1711 heiratet Charlotte Christine Sophie den russischen Zarewitsch Alexej. Eine Verbindung zum preußischen Hof entstand durch die Ehe der dritten Tochter Antoinette Amalie mit Ferdinand Albrecht II. von Braunschweig Bevern.

Ein historisches Kuriosum entstand mit der Besetzung der strategisch günstig gelegenen ältesten deutschen Felsenburg Regenstein durch kurbrandenburgische Truppen im Jahre 1662. Der Regenstein wurde zur preußischen Festung ausgebaut und blieb bis 1945 preußische Enklave inmitten Braunschweiger Territorium.

Anfang des 18. Jahrhunderts blühten Bergbau und Hüttenwesen im Fürstentum auf, die Stadt hatte 1789 386 Wohnhäuser und 2 526 Einwohner. Neben Eisenerz wurden Sandstein, Farberden und Kalk abgebaut. Die stürmische wirtschaftliche Entwicklung nach der Reichsgründung von 1871 führte in Blankenburg zur Gründung zahlreicher kleiner Betriebe und dem Zuzug junger Menschen, die Einwohnerzahl der Stadt wuchs bis 1900 auf 10 000. Als bedeutendster Betrieb entstanden 1872 die "Harzer Werke", welche die Eisenerze des Harzes verhütteten. Der Bau der Eisenbahnlinie Halberstadt - Blankenburg (1872) und der Bau der Gebirgsbahn Blankenburg-Tanne (1885) brachten neben Vorteilen für die Industrie und den Handel einen Aufschwung für den Fremdenverkehr. Zahlreiche Hotels, Pensionen und Ausflugslokale boten ihre Dienste an. Der Fremdenverkehr wurde zu einem wichtigen Erwerbszweig. In zunehmenden Maße wurde die Stadt beliebter Ruhesitz von Pensionären.

Am 16. Mai 1914 wurde Schloss Blankenburg Wohnsitz der Familie des Herzogs Ernst August von Braunschweig und Lüneburg, der 1913 Prinzessin Viktoria Luise von Preußen, die Tochter Kaiser Wilhelm II geheiratet hatte. Die 1917 in Blankenburg geborene Tochter Friederike heiratete 1938 den späteren König Paul I. von Griechenland, deren Tochter ist die Gattin des spanischen Königs Juan Carlos.

1937 wurde Blankenburg Kurbad, Schlamm- und Moorvorkommen wurden zur Grundlage des "Teufelsbades".

Die herzogliche Familie war mit Unterbrechungen bis zum 22. Juli 1945 auf Schloss Blankenburg wohnhaft. Die Zeit des II.Weltkrieges ging bis wenige Stunden vor Kriegsende im Harzgebiet relativ spurlos an der Stadt vorbei. Die Kriegsmarine verlagerte die geheime U-Boot Konstruktion 1943 nach Blankenburg, unterirdische Höhlensysteme, unter unmenschlichen Bedingungen von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern geschaffen, sollten Rüstungsbetriebe aufnehmen. Am letzten Kriegstag im Harz, dem 20.April 1945, wurde ein Teil der Stadt durch amerikanische Flugzeuge zerstört. Blankenburg wurde von amerikanischen Truppen besetzt, 60 000 deutsche Soldaten gingen im Raum Blankenburg in Gefangenschaft. Der amerikanischen Besatzung folgen die Briten und am 23. Juli 1945 die Sowjets. Der Kreis Blankenburg wurde durch die Zonengrenze geteilt, die Kreisstadt mit 16 Gemeinden gehörten zur sowjetischen und Braunlage mit 5 Gemeinden zur britischen Zone.
Die herzogliche Familie verließ mit den Briten Blankenburg unter Mitnahme fast des gesamten Inventars des Schlosses und verlagerte es auf die Marienburg bei Hildesheim. Aus dem Schloss wurde ein Erholungsheim und später eine Fachschule. Seit 1991 steht das Gebäude leer.

Die bis zur Wende in der Stadt ansässigen drei Großbetriebe bestehen heute nur noch als Kleinbetriebe. Blankenburgs Stadtväter setzen gegenwärtig auf die Ansiedlung von Kleinbetrieben, das Kurwesen und den Tourismus.

Tourist-und Kurinformation Blankenburg (Harz)
Tel. 03944/2898
Fax 03944/63102
Web: www.blankenburg.de

Berühmte Persönlichkeiten

Sport:

  • Susi Erdmann erfolgreiche Rodelsportlerin
  • Tatjana Hüfner Rennrodelsportlerin und Medalliengewinnerin bei olympischen Winterspielen
  • Manuela Lutze Rudersportlerin und Olympiasiegerin

Historisches:

  • Oswald Spengler Philosoph - Der in Blankenburg gebürtige Philosoph (1880) sorgt bis in die Gegenwart mit seinem 1922 erschienen Hauptwerk "Der Untergang des Abendlandes - Umrisse einer Morphologie der Weltgeschichte" für kontroverse Diskussionen weltweit.
  • Elisabeth Christine von Braunschweig-Wolfenbüttel Mutter der Kaiserin Maria Theresia von Österreich
  • Robert Koldewey Archäiologe - Einer der bedeutendsten deutschen Archäologen, wurde 1855 in Blankenburg geboren. Das Ischtartor, die Prozessionsstraße von Babylon und die "Hängenden Gärten der Semiramis", eines der Weltwunder, wurde von ihm gefunden und ausgegraben.
  • Adolf Ledebur Metallurge
  • Hans Geitel Physiker
  • Albert Schneider Bahn-Ingenieur
  • Elisabeth Gnauck-Kühne Frauenrechtlerin
  • Adolf Just Naturheilkundler

Kultur:

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