Die geologische Entstehung des Ortes

Hasselfelde liegt auf einer Hochfläche des Harzes zwischen 450 m und 470 m über dem Meeresspiegel im Zentrum der etwa 90 km langen und 30 km breiten Scholle des varistischen Gebirges, dessen Entstehung vor mehr als 400 Millionen Jahren im Erdaltertum (Paläozoikum) in Europa begann.

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Die Harzwälder als Bannforst

Der Harz mit seinen Urwäldern und Wildreichtum war sicher seit der Besiedlung der norddeutschen Tiefebene ein beliebtes Jagdgebiet, und wahrscheinlich fanden sich hier bereits seit der letzten Eiszeit vor etwa 10000 Jahren in der Steinzeit Jäger und Sammler, die ihren Schutz in Höhlen fanden. Abgesehen davon, dass sich Waffen und Werkzeuge mit der Zeit verbesserten, wird das über viele Jahrtausende so geblieben sein, denn aufgrund der bisherigen Funde muß man davon ausgehen, dass es vor dem 8. Jahrhundert unserer Zeitrechnung im Harz noch keine dauerhaften Ansiedlungen gab.

Der Harz gehörte um 500 n. Chr. zum Königreich der Thüringer. Nach deren Unterwerfung im Jahre 531 durch die Frankenkönige Theuderich I. und seinem Bruder Chlothar I. fiel das Gebiet an die mit beiden verbündeten Sachsen. Um 700 n. Chr. umfasste das Stammesgebiet der Sachsen etwa das Land zwischen Ems, Eider, Elbe und Saale-Unstrut. Die heidnischen Sachsenstämme gliederten sich in Gaue und kannten keinen König, wie die weiter westlich lebenden und seit Anfang des 6. Jahrhunderts christianisierten Franken. Karl der Große, König bzw. Kaiser von 771 - 814, versuchte in den sogenannten Sachsenkriegen 772 - 804, diese Stämme gewaltsam zum Christentum zu bekehren. Jedes Aufbegehren gegen den christlichen Glauben und die fränkische Herrschaft wurde mit dem Tode bestraft (Capitulatio de partibus Saxoniae von 782). Es ist jedoch zu vermuten, dass diejenigen, die trotz dieser Verfolgung ihren Göttern noch die Treue hielten und heidnischen Bräuchen nachkamen, Zufluchtsorte in schwer zugänglichen Gegenden des Harzes fanden. Dagegen wurden sächsische Adlige, die auf die Seite der Franken wechselten und sich taufen ließen, zu Grafen ernannt. Schließlich erfolgte mit dem Erlaß Capitulare Saxonicum von 797 die Gleichstellung der Sachsen mit den anderen Völkerschaften des fränkischen Großreiches. Trotzdem kam es bis 804, dem Ende der Sachsenkriege, zu Zwangsumsiedlungen von Sachsen in andere Reichsteile, z.B. in das Gebiet des heutigen Belgiens. Ab diesem Zeitpunkt war der Harz endgültig Teil des fränkischen Reiches. Die Harzwälder wurden zum Reichsbannforst erklärt, d.h. das Recht auf Jagd, Rodung und wirtschaftliche Nutzung war dem König vorbehalten.

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Der erste deutsche König

Karl der Großen gründete 804 das Bistum Halberstadt. Das Bistum Halberstadt erstreckte sich anfangs über sechs Gaue, die jeweils von einem Gaugrafen für den König als obersten Lehnsherr verwaltet wurden. Elbe, Saale, Unstrut, Oker, Harz und Milde bildeten die äußerste Grenze des Bistums, welches sich in Harzgau (mit Halberstadt), Darlingau, Nordthüringgau, Balsamgau, Schwabengau und Hassegau unterteilte. Das Gebiet um HasselfeIde gehörte zum Harzgau.

Nach der Aufteilung des Frankenreiches unter den drei Enkeln Karls des Großen durch den Vertrag von Verdun im Jahre 843 entstand das ostfränkische Reich unter Ludwig dem Deutschen. Dieses hatte etwa die Ausdehnung der früheren Bundesrepublik (vor der Wiedervereinigung) und wurde von seinem Sohn, Ludwig dem Jüngeren, noch durch die Angliederung von Elsaß, Lothringen und Friesland im Westen erweitert (Verträge von Meersen und Ribemont 870/80). Mit dem Tode Ludwigs des Kindes erlosch die ostfränkische Karolinger-Dynastie im Jahre 911, und das Reich fiel in eine Krise. Hinzu kamen ab 900 die wiederholten Raubzüge der Slawen und Ungarn, die den Osten des Reiches verunsicherten. Um den inneren Zerfall zu bannen und den von außen drohenden Gefahren zu widerstehen, wählten die Stammesherzöge im Jahre 919 den Sachsenherzog "Heinrich den Vogler" zum neuen König (Heinrich I. 919-936). Dieser stärkte die Zentralgewalt wieder, schloß mit den Ungarn einen Waffenstillstand und nutzte diese Zeit zu intensiven Verteidigungsmaßnahmen. Im Jahre 926 erließ er eine Burgenbauordnung und legte auch in der Umgebung des Harzes zahlreiche Befestigungen zum Schutz gegen die Angriffe aus dem Osten an. Er schuf gepanzerte Reiterverbände, die ihre erste Bewährungsprobe im Winter 928/29 im Kampf gegen die Elbslaven bestand. Die siegreiche Entscheidungsschlacht am 15. März 933 gegen die Ungarn an der Unstrut mit einem Aufgebot aller Stämme sicherte dann die Reichseinheit und stärkte die Autorität Heinrichs I., der damit als erster deutscher König in die Geschichte einging.

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Die Siedlung Hasselfelde

Aufgrund der großen Besitzungen Heinrichs I. im Umfeld des Harzes wurde dieses Gebiet Stammland des neuen Königshauses und politisches Zentrum des entstehenden deutschen Reiches. Etliche Reichshöfe, die in den Rang von Königspfalzen aufstiegen, umgaben das Gebirge: im Norden Werla, das später an Bedeutung verlor und von Goslar abgelöst wurde, sowie Derenburg und Quedlinburg; im Süden Pöhlde, Nordhausen, Wallhausen und Allstedt.

Schon früh werden diese Pfalzen durch Wege über das Gebirge verbunden gewesen sein, die dann sicher auch als Handelswege genutzt wurden. Entlang dieser Wege entstanden Rastplätze und befestigte Höfe, die Schutz und Versorgung boten. Deren Namensendung "-feld/-felde" deutet darauf hin, dass diese auf größeren Lichtungen und Rodungen entstanden und läßt auf eine etwa zeitgleiche Gründung schließen. Ob deren Ursprung schon in die karolingische Zeit im 9. Jahrhundert fällt, als der Harz Bannforst wurde, ist bisher nicht nachgewiesen.

Die geschichtlichen Ereignisse legen jedoch nahe, dass diese Höfe im Harz während der Regierungszeit Heinrichs I. zwischen 919 und 936 wenn nicht gegründet, so doch weiter ausgebaut und in ihrer Funktion gestärkt wurden. Erstmals urkundlich erwähnt werden Bodfeld 935, Siptenfelde und Selkenfelde 961, Thankmarsfelde 970, und Ertfelde 983. HasselfeIde wird erst vergleichsweise spät als Königshof durch eine Urkunde ausgewiesen, die König Heinrich III. (1039 - 1056, Kaiser ab 1046) hier am 18. Januar 1043 ausgestellt hat. Ein weiterer Aufenthalt dieses Kaisers in HasselfeIde ist durch eine Urkunde für Bischof Burchard I. von Halberstadt aus dem Jahre 1052 dokumentiert.

Für Hasselfelde ist ferner eine in der Pfalz Wallhausen ausgestellte Urkunde vom März 1046 von Bedeutung, mit der Kaiser Heinrich III. eine frühere Schenkung von Gütern in HasselfeIde durch den Markgrafen Ekkehard II. von Meißen an die Abtei Gernrode erneut bestätigte. Aus der Urkunde geht hervor, dass zur Zeit der Schenkung neben dem Königshof schon eine Ansiedlung bestand, die zum Lehnsbesitz des Markgrafen gehörte. Leider sagt die Urkunde nichts darüber aus, wann die ursprüngliche Schenkung erfolgte. Setzt man jedoch mindestens ein bis zwei Generationen für den Aufbau der verschenkten Güter an, dann folgt daraus, dass schon Ende des 10. Jahrhunderts eine Siedlung HasselfeIde existiert haben muß. Dies steht im Einklang mit der Vermutung, dass die Endung "-felde" auf eine ungefähr zeitgleiche Entstehung der oben genannten Höfe hindeutet.

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Touristeninformation in Hasselfelde

Touristinformation Hasselfelde
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38899 Hasselfelde
Tel. 039459/71369
Fax 039459/76055
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